Skispringen Weltcup
Schmitt bei Schweizer Doppelsieg bester Deutscher

Simon Ammann hat den Weltcup der Skispringer im norwegischen Lillehammer gewonnen. Der Olympiasieger setzte sich mit 265,9 Punkten vor seinem Landsmann Andreas Küttel (260,6) durch. Martin Schmitt landete auf Rang elf.

Während der Skisprung-Weltcup im norwegischen Lillehammer fest in Schweizer Hand war, erlebten die deutschen Adler einen Absturz. Martin Schmitt bewahrte das Team mit seinem elften Platz noch vor einer totalen Pleite. Auf der Schanze des deutschen Team-Olympiasieges von 1994 siegte Simon Ammann vor Andreas Küttel - und Bundestrainer Peter Rohwein entpuppte sich als schlechter Verlierer.

"Das war ein reines Kasperltheater, die Fortsetzung von Kuusamo. Das hatte mit einem Wettkampf nichts zu tun. Außer Schmitt waren alle unsere Springer klar benachteiligt", schimpfte Rohwein und suchte wie so oft seit seinem Amtsantritt die Fehler bei den äußeren Bedingungen.

Uhrmann erneut nicht im Finale

Tatsächlich versagten seinem Team bei wechselndem Windbedingungen nach starken Trainingsleistungen im Podestbereich von Schmitt und Uhrmann vor allem wieder einmal die Nerven. Uhrmann verpasste nach einem Hüpfer auf 108 Meter als 44. auch beim zweiten Wettkampf das Finale.

Schmitt konnte als Elfter halbwegs zufrieden sein, schließlich erfüllte er mit 243,3 Punkten für Flüge auf 120,5 und 134 Meter die WM-Norm: "Ich habe mich nach meinem guten zweiten Sprung innerlich sehr gefreut. Ich habe eine ganze Menge im Sommer getan und bin froh, dass es sich schon so früh in der Saison auszahlt."

Immerhin fehlten ihm aber noch 22,6 Zähler zum Sieger Ammann. Der Doppel-Olympiasieger von 2002 holte sich mit 265,9 Punkten für 128,5 und 138 Meter seinen zweiten Weltcup-Sieg. Im Zielraum umarmte er seinen Freund Küttel (260,6), der vor Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern (Österreich/258,0 Punkte) Zweiter wurde.

Neumayer nur Zuschauer

Jörg Ritzerfeld (Oberhof) - er hatte als Einziger neben Schmitt das Finale der besten 30 erreicht - landete mit mit 214,3 Punkte auf Platz 26. Georg Späth (Oberstdorf/31.) und Christian Ulmer (Wiesensteig/32.) verpassten die Weltcup-Punkte. Der Auftakt-Fünfte Michael Neumayer (Berchtesgaden) schaute verletzt zu, er hatte sich bei einem Trainingssprung das rechte Knie verdreht hatte. Uhrmann war das beste Beispiel für die deutsche Misere: "Schade, ich kann mir das auch nicht erklären. Ich hatte im Training gute Sprünge und eigentlich war ich locker. Vielleicht lag es auch am Rückenwind."

Tatsächlich gab es wie schon beim irregulären Weltcup-Auftakt in Kuusamo auch beim Flutlicht-Wettbewerb in Lillehammer Turbulenzen. Nach drei Springern wurde das Springen zunächst wegen ablaufenden Rückenwindes unterbrochen. Danach gab es nach dem Sturz von Ex-Weltmeister Adam Malysz (Polen), der unverletzt blieb, eine weitere Pause. Im weichen Schnee stürzten später auch noch Auftaktsieger Arttu Lappi (Finnland) und Denis Kornilow (Russland). Nach einem Schanzenrekord des am Ende viertplatzierten Supertalents Gregor Schlierenzauer (Österreich) bei 141 Metern griff der Norweger Anders Jacobsen bei 142 Metern in den Schnee. Weiten, von denen die deutschen Flieger nur träumen konnten.

Am Sonntag (13.45 Uhr/live in ARD und Eurosport) findet auf der Olympiaschanze von 1994 ein zweites Weltcup-Springen statt.

© SID

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