Skispringen Weltcup: Schwarzes Wochenende für deutsche Skispringer

Skispringen Weltcup
Schwarzes Wochenende für deutsche Skispringer

Die deutschen Skispringer haben beim Weltcup in Titisee-Neustadt ein schwarzes Wochenende erlebt. Während der Pole Adam Malysz zum Doppelsieg sprang, litt Martin Schmitt unter den Folgen seiner Sturzverletzung.

Der Pole Adam Malysz hat beim Skisprung-Weltcup in Titisee-Neustadt einen überlegenen Doppelsieg gefeiert. Martin Schmitt sprang sich hingegen am Samstag ins Krankenhaus, Michael Uhrmann flog am Sonntag mit Schmerzen auf Platz neun. Zwei Wochen vor Beginn der WM landeten die deutschen Adler erneut im Tal der Tränen.

"Ich hätte gern das Podest angegriffen, aber nach diesem Wochenende ist ein "Top-Ten"-Platz ganz in Ordnung. Die Physiotherapeutin hat glänzende Arbeit geleistet, mir tun nur noch die Rippen weh", erklärte Oberstdorf-Sieger Uhrmann: "Ich wollte unbedingt springen und ein Zeichen setzen, dass alles nicht so tragisch ist." 24 Stunden nachdem der Olympiavierte beim Angriff auf einen Podestplatz nach der Landung schwer gestürzt war, flog er mit Prellungen am ganzen Körper erneut in die Weltspitze.

Malysz stellt Schanzenrekord von Hannawald ein

Mit 230,3 Punkten für Sprünge auf 125 und 126 Meter lag Uhrmann 27,4 Zähler hinter Sieger Malysz. Der Pole triumphierte vor Gregor Schlierenzauer aus Österreich und dem Russen Dimitri Wassiljew. Am Vortag hatte Uhrmann trotz seiner missglückten Landung Platz zwölf beim Sieg von Malysz belegt. Der Pole stellte mit 145 Metern den Schanzenrekord von Sven Hannawald ein.

Zu diesem Zeitpunkt war Martin Schmitt längst auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem er bei der Landung genau wie Uhrmann kopfüber auf den eisharten Aufsprunghang gestürzt war. Die Platzwunde am Kinn war schnell genäht, aber gegen 23 Uhr musste sich der Schwarzwälder übergeben und wurde mit einer Gehirnerschütterung stationär in die Uniklinik Freiburg eingeliefert. Erst am Sonntagmittag wurde er nach Hause entlassen und erlebte das zweite Springen auf dem Sofa.

Obwohl bei der Computertomographie keine Kopfverletzungen festgestellt wurden, verzichtet der Schwarzwälder auf den Weltcup am Mittwoch in Klingenthal und wird frühestens bei der WM-Generalprobe am kommenden Wochenende in Willingen sein Comeback feiern. Sein WM-Start soll jedoch nicht gefährdet sein.

Bundestrainer Rohwein lobt Kampfgeist

"So Tage brauche ich nicht im Leben. Dass zwei aus einem Team bei einem Springen durch eigene Fehler stürzen, ist wie ein Sechser im Lotto - nur leider nicht so positiv", meinte der unglückliche Bundestrainer Peter Rohwein und lobte den Kampfgeist von Uhrmann: "Das stellt uns brutal auf den Prüfstein, aber wir geben nicht auf." Allerdings hat er außer Uhrmann keinen Weltklasse-Springer - der grippegeschwächte Jörg Ritzerfeld landete vor insgesamt 20 000 Zuschauern auf den Plätzen 21 und 24 erneut im Mittelmaß.

Zur WM will "Lazarett-Chef" Rohwein sechs Springer mitnehmen - zwei davon sollen nach dem Willen der Verbandsspitze Junioren sein. Neben den gesetzten Uhrmann, Schmitt, Ritzerfeld und Christian Ulmer haben die Teenager Kevin Horlacher (25. am Sonntag) und Pascal Bodmer (32. am Samstag) die besten Karten.

© SID

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