Skispringen Weltcup
Ski der deutschen Springer verboten

Die FIS hat die Ski von drei deutschen Springer für nicht regelkonform befunden. Das DSV-Lager reagiert gelassen: "Das beunruhigt uns nicht", so Bundestrainer Werner Schuster.

Wirbel vor dem Auftakt: Der Weltverband FIS hat einen Tag vor dem Saisonstart im finnischen Kuusamo die Ski von drei deutschen Skispringern aus dem Verkehr gezogen. Die in einer Kooperation zwischem dem Skihersteller Fischer und der Sportartikelkette Sport 2000 hergestellten Ski seien laut FIS nicht regelkonform, da nur Firmen anerkannt werden, die ihre Ski selbst herstellen. Aus dem deutschen Team wollten Michael Neumayer (Berchtesgaden), Severin Freund (Rastbüchl) und Pascal Bodmer (Meßstetten) die neuen Ski nutzen.

Bundestrainer Werner Schuster nahm die Entscheidung jedoch gelassen hin. "Das beunruhigt uns nicht. Wir haben im Training ohnehin beide Modelle genutzt, sodass uns das Verbot nicht beeinflussen wird", sagte der Österreicher. Deutsche und finnische Athleten waren die einzigen, die das neue Modell gesprungen waren. FIS-Skisprungchef Walter Hofer wollte sich am Freitag nicht zum Verbot äußern.

Der Hersteller will sich mit der Entscheidung der FIS dagegen nicht so leicht abfinden und droht sogar mit dem Ausstieg. "Bei diesem Projekt werden alle aktuell gültigen Regulative der FIS eingehalten", hieß es in einer Pressemitteilung. "Fischer wird mit Nachdruck versuchen, sein Engagement im Sprunglauf auf eine breitere Basis zu stellen. Sollte das nicht gelingen, sieht sich Fischer gezwungen, seine Aktivitäten in dieser Disziplin zu überdenken."



90 Prozent aller Weltcup-Springer setzten auf Fischer

Die österreichische Firma rüstet derzeit nach eigenen Angaben 90 Prozent aller Weltcup-Springer aus. Man könne den Standpunkt der FIS nicht nachvollziehen und bemühe sich daher mit Nachdruck, eine fundierte Stellungnahme von Seiten des Verbandes zu erhalten. Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Ablehnung der Sprungski eine willkürliche Regelauslegung durch bestimmte Funktionäre darstelle.

Der FIS wird vorgeworfen, mit zweierlei Maß zu messen. Kürzlich wurden die Ski der neuen Marke Fluege.de als regelkonform anerkannt, also die Firma als eigenständiger Produzent anerkannt. "Nach Beurteilung des Firmenkonstrukts, welches sich hinter Fluege.de verbirgt, erscheint Fischer dieser Schluss jedoch als sehr zweifelhaft. Die FIS sieht in Fluege.de die Weiterführung der ehemaligen Skiproduktion Germina, welche sich laut FIS in vollem Besitz der Fluege.de befindet. Fischer hingegen liegen anderslautende Informationen in Form einer Wirtschaftsauskunft vor."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%