Skispringen Weltcup
Skispringer nur Siebter im Teamwettbewerb

Die deutschen Skispringer haben den erhofften Podestplatz beim Weltcup-Auftakt im finnischen Kuusamo deutlich verpasst und landeten nur auf dem siebten Rang.

Abgestürzt im Kühlhaus Kuusamo: Die deutschen Skispringer haben beim Saisonauftakt am Polarkreis eine herbe Schlappe kassiert. Beim Teamspringen blieb dem mit Michael Neumayer, Severin Freund, Martin Schmitt und Michael Uhrmann angetretenen Olympiazweiten nur Platz sieben. Vom angepeilten Podestplatz oder gar vom überragenden Sieger Österreich waren die flügellahmen DSV-Adler meilenweit entfernt.

"Die Kälte war mein geringstes Problem, mein Flugsystem stimmt überhaupt nicht. Das war ein richtig schlechter Auftakt. Ich muss sehen, dass ich möglichst schnell wieder in die Spur komme", sagte Uhrmann. Sein Teamkollege Schmitt verzog sich wortlos und unzufrieden in den warmen Team-Container, der die Sportler ein wenig vor den Temperaturen von etwa Minus 20 Grad schützte.

Mit lediglich 905,3 Punkten war das deutsche Quartett 116 Zähler von den drittplatzierten Japanern entfernt - im Skispringen sind das Welten. Wie vom anderen Stern flogen dagegen Österreichs Olympiasieger der Konkurrenz davon und gewann mit 1 231,4 Punkten ganz klar vor Norwegen. Die Skandinavier, deren Saisonhöhepunkt zweifellos die Heim-WM in Oslo ist, erreichten 1 163,4 Punkte.

Bundestrainer Schuster unzufrieden

Bundestrainer Werner Schuster war nach der desolaten Vorstellung seines Teams bedient. "Sportlich hat uns das kein Stück weitergebracht. Wir müssen das ganz schnell abhaken", sagte der Coach. "Ich habe gehofft, dass die Jungs nach dem ersten Durchgang freier springen, aber das zog sich durch wie ein roter Faden."

Ausgerechnet Michael Neumayer patzte gleich zu Beginn. Der Startspringer landete bei lediglich 105,5 Metern und bürdete dem Team eine schon uneinholbare Hypothek auf. Dabei hatte der Bayer aus Berchtesgaden bei den Trainingssprüngen am Vortag noch jeweils als Vierter geglänzt. "Im Training war ich so gut und wo es darauf ankommt, passiert so was", meinte der sichtlich angefressene Neumayer. Man solle nun aber nicht von einem Wettbewerb Rückschlüsse für die gesamte Saison ziehen.

Severin Freund, als Einziger nicht Mitglied des Silber-Teams von Vancouver, landete anschließend bei starken 135,5 Meter. Die Gefahr, den zweiten Durchgang zu verpassen, war zunächst gebannt. Die Routiniers Schmitt und Uhrmann lieferten im ersten Durchgang mit Sprüngen auf 122,5 und 117,5 Metern aber allenfalls durchschnittliche Leistungen ab. Bereits zur Halbzeit lagen die deutschen Adler unglaubliche 91,5 Punkte hinter dem drittplatzierten Japan. Die Hoffnung auf den Podestplatz hatte Schuster da schon längst begraben.

Freund bester Deutscher

Im zweiten Durchgang wurde es bei ständig wechselndem Wind ohnehin nicht besser. Während Top-Flieger wie Anders Jacobsen, Thomas Morgenstern oder Adam Malysz auch bei schlechten Bedingungen erst bei weit über 130 Meter landeten, verbuchte Freund mit 120,5 Metern den besten Sprung des deutschen Quartetts.

Am Sonntag steht der erste Einzelwettbewerb der Saison auf dem Programm. Die deutschen Springer müssen sich allerdings deutlich steigern, wenn das von Schuster ausgegebene Ziel erreicht werden soll. Der Österreicher will mindestens einen Springer in den Top Ten sehen.

© SID

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