Skispringen Weltcup
Youngster Schlierenzauer gewinnt in Lillehammer

Der 16-jährige Österreicher Gregor Schlierenzauer hat beim Skispringen in Lillehammer den ersten Weltcupsieg seiner Karriere gefeiert. Als bester Deutscher landete Michael Uhrmann nur auf dem zwölften Rang.

Einer der ganz Jungen hat der versammelten Konkurrenz beim Skispringen in Lillehammer ein Schnippchen geschlagen und seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Das erst 16 Jahre alte österreichische Supertalent Gregor Schlierenzauer erhielt für Flüge auf 134 und 137 Meter die Note von 276,0 Punkten und ließ damit die Weltelite hinter sich. Platz zwei belegte der Norweger Anders Jacobsen (269,2 Punkte) vor Geburtstagskind Adam Malysz aus Polen (264,7). Gesamtweltcup-Spitzenreiter und Vortagessieger Simon Ammann (Schweiz) belegte Platz vier.

Bester der erneut enttäuschenden Deutschen war Michael Uhrmann (Rastbüchl) mit 232,9 Punkten auf Platz zwölf. Jörg Ritzerfeld (Oberhof) landete mit 231,0 Punkten auf Rang 15. Martin Schmitt hatte nach einem 123-Meter-Sprung als 36. das Finale der besten 30 verpasst.

"Die Jungs sind müde und brauchen eine Pause"

Auf der Schanze des deutschen Team-Olympiasieges von 1994 mussten die Springer um Bundestrainer Peter Rohwein im Wirbelwind eines der schwächsten Weltcup-Resultate der letzten Jahre hinnehmen. "Es hat sich allgemeine Verunsicherung breitgemacht, es fehlt der Dampf. Die Jungs sind müde und brauchen eine Pause", erklärte Ausreden-Weltmeister Rohwein - wohlgemerkt eine Woche nach dem Saisonstart. Tags darauf hatte er die Schuld für das schwache Resultat wie so oft bei den äußeren Bedingungen gesucht: "Das war ein reines Kasperltheater, das hatte mit einem Wettkampf nichts zu tun. Wir waren vom Wind klar benachteiligt." Tatsächlich war sein Team bei wechselnden Windbedingungen mindestens eine Klasse schwächer als die Weltspitze.

Michael Uhrmann, der nach seinem 44. Platz am Vortag erstmals in dieser Saison in die Weltcup-Punkte sprang, hatte 43,1 Punkte Rückstand auf den Sieger und sprach Klartext: "Das Ergebnis des Teams war unbefriedigend, keine Frage. Wir müssen hart arbeiten", erklärte der schwächelnde deutsche Vorzeigespringer.

Schmitt verpasste am Sonntag das Finale, hatte als Elfter am Vortag aber immerhin die WM-Norm erfüllt. Ihm fehlten aber stolze 22,6 Zähler zum Sieger Simon Ammann. Der Doppel-Olympiasieger von 2002 holte sich mit 265,9 Zählern seinen zweiten Weltcup-Sieg. Im Zielraum umarmte er seinen Freund Küttel (260,6), der vor Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern (Österreich/258,0 Punkte) Zweiter wurde. Schmitt: "Ich habe mich nach dem elften Platz gefreut, dass sich die Sommerarbeit auszahlt. Aber das Aus im zweiten Springen war bitter."

Jörg Ritzerfeld (Oberhof) landete auf den Plätzen 15 und 26. Georg Späth (Oberstdorf) verpasste nach Platz 31 am ersten Tag im zweiten Springen die Qualifikation - das ewige Talent schreit förmlich nach einer Weltcup-Pause. Auch Christian Ulmer (Wiesensteig/32. und 44.) verpasste zweimal die Weltcup-Punkte. Michael Neumayer (Berchtesgaden) konnte wegen einer Knieverletzung nicht starten. Die einzig gute Nachricht an diesem Wochende aus deutscher Sicht war die Geburt von Sven Hannawalds Sohn Matteo - vielleicht kann der fast fünf Kilo schwere Sprößling des einstigen Überfliegers dem deutschen Team irgendwann aus der Krise helfen.

Der dreimalige Olympiasieger Jens Weißflog jedenfalls übte heftige Kritik am deutschen Team und Trainer Rohwein: "Manche Trainingsinhalte sind nicht so forciert worden, wie es hätte sein müssen. Bisweilen glaube ich, manchen deutschen Springern reicht ein fünfter oder zehnter Platz." Nicht einmal dazu reichte es in Lillehammer.

© SID

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