Skispringen WM
Ammann fliegt zum Gold - Olli sensationell Zweiter

Simon Ammann hat bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo Gold von der Großschanze gewonnen. Für eine Sensation sorgte der Finne Harri Olli, der auf dem Silberrang landete. Bester Deutscher war Jörg Ritzerfeld auf Platz 15.

Fünf Jahre nach seinem Doppel-Triumph bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City ist Simon Ammann bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo zur Goldmedaille geflogen. Der Schweizer erhielt auf der Großschanze für Flüge auf 125 und 134,5 Meter die Note von 266,1 Punkten. Er gewann damit 74 Jahre nach Marcel Reymond erst den zweiten WM-Titel in der Geschichte für die Eidgenossen. Silber holte sich sensationell der Finne Harri Olli (265,9) vor Roar Ljökelsoey aus Norwegen (262,9). Als bester deutscher Skispringer bei einem der schwächsten WM-Ergebnisse der Geschichte landete Jörg Ritzerfeld (Oberhof) mit 219,5 Punkten auf Rang 15. Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt stürzte auf Platz 30 ab.

Schmitt schwer enttäuscht

"Indiskutabel. Ich bin überhaupt nicht zurecht gekommen. So funktioniert das nicht. Mein Gefühl für das Skispringen hat mich im Stich gelassen", polterte der total frustrierte Martin Schmitt als Letzter des Finales. Im Moment in dem Ammann auf jene höchste Siegerpodest-Stufe sprang, die Schmitt selbst schon viermal, zuletzt aber 2001 bestiegen hatte.

"Die Medaille schaffe ich auf die Bank. Jetzt sind meine zwei Olympischen Goldmedaillen nicht mehr so alleine" jubelte Ammann über den größten Triumph nach seinen beiden Siegen von Salt Lake City 2002. Der erste Schweizer WM-Sieg seit 1933 (Marcel Reymond) war hauchdünn. Harry Olli lag nur zwei Zehntelpunkte oder umgerechnet 0,11 Meter zurück. Der Finne sprang zwar einen Meter weiter, aber "der Flugstil hat entschieden. Ich muss wohl den Telemark-Aufsprung üben", meinte der trotzdem zufriedene Finne.

Nur Ritzerfeld zeigt ordentliche Leistung

Am Tag, als der in Sapporo im Training böse gestürzte Michael Uhrmann in der Murnauer Unfallchirurgie am gebrochenen Mittelfuß operiert wurde, waren die in Japan geblieben Teamgefährten schlichtweg überfordert. "Ich hatte einen guten und einen soliden Sprung. Mehr nicht", meinte Jörg Ritzerfeld, der als Einziger halbwegs die Erwartungen erfüllte.

Stephan Hocke (Oberhof), der wie Ammann noch vor fünf Jahren Olympia-Gold (Sieg im deutschen Team) um den Hals hatte, verpasste als 32. das Finale. Youngster Tobias Bogner (Berchtesgaden), der mit 133,5 Metern in der Probe noch am weitesten geflogen war, landete mit minimiertem Anlauf nur bei 93 Metern und wurde 49.

Keine Aussichten auf Edelmetall

Alle vier werden am Sonntag (10.00 Uhr/MEZ) trotz der Enttäuschung das deutsche Quartett in der Teamkonkurrenz bilden. "Wen soll ich sonst aufstellen. Michael Uhrmann können wir eben nicht ersetzen", meinte Peter Rohwein achselzuckend. Der Bundestrainer attestierte Ritzerfeld eine "ordentliche Leistung unterhalb von 100 Prozent. Aber der Martin ist uns weggebrochen und hat nicht gebracht, was wir von ihm erwarten."

Für das Teamspringen wurde nach Uhrmanns Ausfall das Medaillenziel auf einen Platz unter den besten sechs nach unten korrigiert. "Aber wenn es die Anderen in unserem Team auch so bringen wie ich, dann sind wir nicht chancenlos", verkündete Ritzerfeld die optimistische Variante. "Wir werden uns jetzt nicht kleinreden. Wir sind doch nach Sapporo gefahren, um eine Medaille zu gewinnen. Aber ohne den Uhri wird es verdammt schwer."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%