Skispringen WM
Deutsche Skiflieger hoffen bei WM auf Teammedaille

Nach der schwachen Vorstellung der deutschen Skispringer bei der Vierschanzen-Tournee möchte sich das Team von Bundestrainer Peter Rohwein bei der Skiflug-WM rehabilitieren. Martin Schmitt steht indes nicht im Aufgebot.

Die deutschen Skispringer stehen nach dem schwachen Abschneiden bei der Vierschanzen-Tournee unter Zugzwang. Mit einem Erfolg bei den heute beginnenden Skiflug-Weltmeisterschaften in Österreich auf der Riesenschanze am Kulm könnten sich die DSV-Adler Selbstvertrauen für Olympia holen. Für den in die Kritik geratenen Bundestrainer Peter Rohwein ist der Erfolgsdruck so groß wie noch nie. "Ich erwarte nach der schlechten Tournee eine deutliche Reaktion der Mannschaft. Wir müssen uns das Ziel setzen, eine Medaille zu gewinnen", sagt Verbands-Sportchef Thomas Pfüller: "Auch im Einzel erwarte ich mehr von Uhrmann oder Späth. Ein Podestplatz wird schwierig, aber das ist nicht unmöglich."

Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt steht unterdessen nicht im DSV-Aufgebot. Nach dem Absturz bei der Tournee nahm Rohwein ihn aus der verunsicherten Mannschaft. Der ebenfalls schwächelnde Michael Uhrmann sammelte beim Üben auf der 70-Meter-"Kinderschanze" Auftrieb für Flüge über die magische 200-Meter-Marke. Schließlich ist das Fliegen mit fünfmal WM-Gold bei bislang 18 Titelkämpfen eine Domäne der Deutschen. 2000 und 2002 triumphierte Sven Hannawald, der seinen einstigen Teamkollegen Mut macht: "Im Skispringen kann es ganz schnell gehen, dass du wieder oben bist."

Team-Wettbewerb aus deutscher Sicht im Vordergrund

Der Gesamtweltcup-Vierte Uhrmann gilt als begnadeter Flieger, nach der frustrierenden Tournee mit einem siebten Platz als bestes Resultat hat er seine Ziele jedoch nach unten geschraubt: "Ich habe auf der kleinen Schanze gut trainiert, aber es wäre unrealistisch, wenn ich sage, ich springe um eine Einzel-Medaille mit. Für mich ist das Teamspringen am Sonntag das Wichtigste, da will ich der Mannschaft helfen."

Im Kampf gegen den favorisierten Titelverteidiger Norwegen, Österreich und Finnland sollen Uhrmann, Georg Späth (Vierter der Flug-WM von 2004), Alexander Herr sowie Michael Neumayer sich und ihrem Chefcoach das langersehnte Erfolgserlebnis vor Olympia verschaffen. "Natürlich müssen wir versuchen, bei den Medaillen dabei zu sein. Es gibt immer Wellentäler, in denen man nervös wird, aber wir kommen da raus. Wir müssen Spaß am Skispringen haben und keine Angst vor dem Versagen", macht Rohwein seinen Springern Mut.

Das wird nicht leicht vor 100 000 Fans, darunter auch Ehrengast Mohammad Ali, an der Riesenschanze am Kulm, die Flüge bis 220 Meter zulässt. Zumindest Alexander Herr versprüht aber Optimismus: "Wenn alles zusammenpasst, kann es im Einzel auch zu Platz eins reichen. Und wenn wir alle gute Flüge machen, reicht es im Team bestimmt für eine Medaille."

Ahonen will Einzelgold - Jandas Start ungewiss

Im Kampf um Einzelgold erwarten die Experten hingegen ein Duell zwischen den beiden Tourneesiegern Jakub Janda (Tschechien) und Janne Ahonen (Finnland). So überrascht es, dass Gesamtweltcup-Spitzenreiter Janda erst nach dem Training am Donnerstag entscheiden will, ob er überhaupt im Titelkampf antritt. "Beim letzten Fliegen in Planica bin ich nicht zurechtgekommen." Ahonen sprang dort mit 240 Metern die größte jemals gemessene Weite, stürzte jedoch bei der Landung und brach sich eine Rippe. Angst hat er vor dem Flugfestival trotzdem nicht, Ehefrau Tiia und Sohn Mico werden ihm an der gigantischen Schanze die Daumen drücken: "Der Flugtitel fehlt mir noch."

© SID

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