Skispringen WM
Loitzl neuer Weltmeister, Schmitt auf Rang fünf

Wolfgang Loitzl (Österreich) hat sich den WM-Titel von der Normalschanze gesichert. Zweiter wurde Gregor Schlierenzauer vor Simon Ammann. Martin Schmitt landete auf Platz fünf.

Martin Schmitt verpasste die anvisierte Medaille als Fünfter um 5,5 Punkte, dafür krönte sich Wolfgang Loitzl in Liberec zum ersten österreichischen Einzel-Weltmeister im Skispringen seit 18 Jahren. Während der Tourneesieger an einem eiskalten Abend am Berg Jested einen Austria-Doppelsieg krönte, schaffte "Pechvogel" Michael Uhrmann am Tag nach seinem schweren Sturz einen respektablen 15. Platz. Trotz des verpassten Podestplatzes will der Deutsche Skiverband den Vertrag mit Bundestrainer Werner Schuster vorzeitig bis 2014 verlängern.

"Habe einen guten Wettkampf gezeigt"

"Ich nehme das mit Humor. Mit ein bisschen Glück wäre es möglich gewesen, aufs Podest zu kommen", sagte Schmitt und winkte enttäuscht ab: "Ich habe einen guten Wettkampf gezeigt, aber nach ganz vorn hat halt ein Stück gefehlt." Der viermalige Weltmeister erhielt auf der Normalschanze 269,0 Punkte für Sprünge auf 100,5 und 98 Meter - das waren umgerechnet 275 Zentimeter zu wenig für die anvisierte Medaille.

Loitzl krönte seinen perfekten Winter mit dem in Österreich seit dem Triumph von Heinz Kuttin 1991 ersehnten Titel und hüpfte völlig losgelöst aufs Siegerpodest. Mit 282,0 Punkten für Sprünge auf 103,5 und 99 Meter siegte er vor seinem Landsmann Gregor Schlierenzauer (275,0) und Simon Ammann aus der Schweiz (274,5). Der nach dem ersten Durchgang noch führende Finne Harri Olli verlor die Nerven und stürzte nach einem 87-Meter-Hüpfer noch auf Platz 13 ab.

"Für einen 15. Platz kann man sich nichts kaufen"

Das gute deutsche Teamresultat komplettierten Michael Neumayer (Berchtesgaden/247,5) als 17. und Stephan Hocke (Schmiedefeld/243,5) auf Platz 19. "Martin und die anderen Jungs haben einen guten Wettkampf gebracht, aber zur Medaille hat es nicht gereicht. Die Dominatoren haben gesiegt", kommentierte Bundestrainer Werner Schuster. Michael Uhrmann war nicht so recht zufrieden: "Für einen 15. Platz kann man sich nichts kaufen, aber wir haben gezeigt, dass wir im Team um eine Medaille kämpfen können."

Der 30-Jährige stellte sich am Tag nach seinem schweren Trainingssturz trotz einer schweren Schulterprellung und Blessuren am Bein der Konkurrenz. "Ich habe Schmerzen, aber es überwiegt die Erleichterung, dass nichts Größeres kaputt ist", sagte Uhrmann: "Die Verletzung schränkt micht nicht groß ein." Obwohl es bis zur völligen Beschwerdefreiheit einige Zeit dauern werde, will Uhrmann bis zur Großschanzenentscheidungen im Team am 28. Februar fit für den Angriff auf die Medaille sein.

Der Deutsche Skiverband (DSV) will den bis 2011 laufenden Vertrag mit Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster unabhängig von den Ergebnissen vorzeitig bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi verlängern. "Er ist ein ganz großer Trainer und hat unwahrscheinlich viel bewegt", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller der "Welt am Sonntag": "Den nächsten Olympiazyklus gehen wir nicht nur mit ihm an - den wollen wir möglichst auch mit ihm zu Ende bringen, also bis 2014."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%