Skispringen WM
Österreich Weltmeister, DSV-Adler gerupft

Den Teamwettbewerb der Skispringer bei der WM in Sapporo haben die Österreicher souverän für sich entschieden. Das deutsche Team landete abgeschlagen auf Platz acht. Silber ging an Norwegen, Bronze überraschend an Japan.

Der alte und neue Weltmeister im Teamwettbewerb der Skispringer heißt Österreich. Das Team um Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern siegte in Sapporo mit 1 000,2 Punkten vor Norwegen (953,3) und überraschend Gastgeber Japan (905,9). Das deutsche Team mit Stephan Hocke, Jörg Ritzerfeld (beide Oberhof), Tobias Bogner (Berchtesgaden) und Martin Schmitt (Furtwangen) belegte mit 837,6 Punkten nur Platz acht.

Den Einzel-Titel hatte am Vortag der Schweizer Simon Ammann gewonnen. Jörg Ritzerfeld war als 15. der beste Deutsche beim schwächsten WM-Großschanzenresultat aller Zeiten.

"Uhrmann war nicht zu ersetzen, ohne ihn sind wir dort gelandet, wo wir das ganze Jahr standen", kommentierte Thomas Pfüller die schwächste deutsche Teamleistung seit 1993 (11. bei der WM in Falun) mit düsterer Miene. Der Sportdirektor beeilte sich aber, Trainer Peter Rohwein mit den Worten: "Wir wollen bis 2010 mit ihm weiter arbeiten", erneut den Rücken zu stärken.

Und Rohwein versuchte, die Teampleite und auch das Debakel im Einzel, wo Jörg Ritzerfeld und Martin Schmitt als 15. sowie 30. sprichwörtliche Meilen hinter den Besten herflogen, mit einem Blick in die Zukunft zu entschärfen: "Uhrmann und Neumayer sind verletzt, Späth ist nicht in Form gekommen. Wenn die drei im nächsten Jahr wieder dabei sind, haben wir wieder eine starke Truppe."

Ritzerfeld neidisch auf Japaner

Seine aktuelle Truppe aber präsentierte sich als regelrechte "Wundertüte". Schmitt im Einzel indiskutabel, im Team der mit Abstand Stärkste ("Das gibt mir Mut für die kleine Schanze. Da komme ich besser zurecht und rechne mir schon etwas aus."). Ritzerfeld versagte im ersten Teamsprung, war aber im Einzel der stabilste. Dem erst 16 Jahre jungen Tobias Bogner versagten bei den ersten großen Starts seiner Karriere total die Nerven, aber im Training war er mehrfach der Beste. "Aus dieser Erfahrung werde ich lernen, aber ich hätte es gerne besser gemacht", meinte der Youngster.

Und schaute brav über den Zaun, als die Österreicher ihren überragenden Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern am Ende einer turbulenten Team-Entscheidung auf den Schultern durch das Stadion trugen. Österreich siegte wie erwartet vor Norwegen. Platz drei der einheimischen Japaner war eine kleine Sensation. "Die Japaner haben uns gezeigt, was auch für uns möglich gewesen wäre. Ist schon bitter", konstatierte Zaungast Ritzerfeld.

© SID

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