Skispringen WM
Pole Adam Malysz fliegt in Sapporo zu Gold

Der polnische Skispringer Adam Malysz hat sich bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo den Weltmeistertitel von der Normalschanze gesichert. Malysz verwies Simon Amman und Thomas Morgenstern auf die Plätze.

Skispringer Adam Malysz hat in Sapporo überlegen den vierten WM-Titel seiner Karriere geholt. Der Pole gewann das Normalschanzenspringen mit 277,0 Punkten nach Flügen auf 102 und 99,5 Meter. Silber gewann Großschanzen-Weltmeister Simon Amman (Schweiz/255,5) vor dem Österreicher Thomas Morgenstern (254,5).

Jörg Ritzerfeld (Oberhof) landete mit 238,0 Punkten auf Platz zwölf und schaffte damit das beste deutsche Einzel-Resultat bei der WM. Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt stürzte von Rang sechs nach dem ersten Durchgang noch auf Position 16 ab. Stephan Hocke (beide Oberhof) wurde 28.

Schmitt: "Kleiner Fehler in der Anfahrt"

"Ich wusste, dass eine Medaille möglich war. Aber dann ist ein kleiner Fehler in der Anfahrt passiert. Das ärgert mich sehr", erklärte Martin Schmitt. Der viermalige Weltmeister aus Furtwangen lag nach dem ersten Durchgang ausgezeichnet auf Rang sechs, versuchte dann den Angriff auf Bronze, verkorkste seinen zweiten Versuch und musste bei indiskutablen 89,5 Metern notlanden. "Meine guten Sprünge sind eben einfach nicht automatisiert. Immer wenn ich das eine gut mache, dann mache ich das andere verkehrt."

Peter Rohwein mochte "am liebsten erst einmal ein Nacht darüber schlafen. Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Aber so ist das eben. Da hast du die Chance auf die Medaille, willst noch ein Tickchen mehr geben, und dann fällst du eben zurück." Für den Bundestrainer war die Pleite seines früheren Vorfliegers "symptomatisch für diese WM. Wir hätten hier besser abschneiden können."

Das fand auch der Oberhofer Jörg Ritzerfeld, der nach Großschanzenplatz 15 diesmal als Zwölfter erneut bester deutscher Springer war. "Den ersten Sprung habe ich vergeigt. Da war mehr möglich. Ich wollte unbedingt unter die Top Ten springen. Schade, aber das muss ich nun eben in den letzten Weltcupspringen schaffen", sagte der Thüringer, der in den Augen von Rohwein eine "gute WM gesprungen ist".

Als drittbester Deutscher schaffte der Oberhofer Stephan Hocke, Team-Olympiasieger von 2002, auf Rang 28 wenigstens diesmal den Sprung ins Finale. Youngster Tobias Bogner (Berchtesgaden) wurde 37. und konnte in Japan nur durch einige gute Trainingssprünge überzeugen. "Der Junge hat gesehen, wie es auf einer WM zugeht. Für ihn gab es viel zu lernen", sagte der Coach.

Malysz: "Ein großer Sieg für mich"

An der Spitze feierte Adam Malysz bereits seinen vierten WM-Einzeltitel und den dritten nach 2001 und 2003 auf der kleinen Schanze. "Ein großer Sieg für mich. Ich hatte zwei schwere Jahre, und jetzt bin ich wieder ganz oben. Das ist enorm wichtig für mich", erzählte der Pole: "Nach der Enttäuschung bei den Olympischen Spielen wollte ich eigentlich aufhören. Aber zum Glück habe ich es nicht gemacht."

Jetzt hat der kleine Pole mehr WM-Gold auf dem Konto als die großen Skisprung-Helden Jens Weißflog und Matti Nykänen und denkt sogar darüber nach, noch bis 2009 zu fliegen. "Dann ist die WM in Liberec, das ist so nah für die polnischen Fans, und es werden so viele kommen. Jetzt habe ich erst einmal wieder Lust zu trainieren."

© SID

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