Skispringen WM
Rohwein steht vor richtungsweisender Skiflug-WM

Bei der heute beginnenden Skiflug-WM in Oberstdorf geht es nicht nur um Medaillen für die DSV-Adler, sondern auch um die Zukunft von Bundestrainer Peter Rohwein.

Die letzten Ergebnisse waren miserabel, die Kritik an ihm wird wieder lauter - Peter Rohwein macht sich vor der anstehenden Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf keine Illusionen. "Mir ist klar, dass ich nach den Ergebnissen der Tournee und Skiflug-WM abgerechnet werde", sagt der Skisprung-Bundestrainer vor dem heute beginnenden Höhepunkt dem sid: "Wir werden uns nach der Saison in der Cheftrainertagung zusammensetzen. Ich werde nur weiterarbeiten, wenn ich das Gefühl habe, Erfolg haben zu können."

In dieser Saison steht nur ein starker dritter Gesamtplatz von Michael Neumayer bei der Tournee auf der Habenseite. Ansonsten flog das deutsche Team der Weltspitze hinterher - Neumayer ist auf Position 14 der Beste im Gesamtweltcup. Trotzdem erhielt Rohwein von Sportdirektor Thomas Pfüller eine Jobgarantie bis Olympia 2010. "Da möchte ich Thomas Pfüller aber nicht beim Wort nehmen. Es weiß jeder, was passieren kann, wenn der öffentliche Druck zu groß wird", sagt Rohwein.

Team-Medaille ist ein Pflichtziel

Zum Beispiel, wenn eine Skiflug-WM im eigenen Land völlig daneben gehen würde. Die vom Verband als Pflichtziel ausgegebene Team-Medaille ist nach den Eindrücken der mit Platz fünf missglückten Generalprobe in Willingen unrealistisch. Deshalb kritisierte Rohwein seine Flieger entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten vor der WM öffentlich: "Das sollte ihnen die Augen öffnen und wachrütteln. Sie haben wesentlich mehr drauf, nur müssen sie es bei der WM auch zeigen."

Ohnehin sieht Rohwein die Schuld an der deutschen Misere nicht im Training oder seiner Arbeit sondern im System. Die Gilde der österreichischen Heimtrainer um Heinz Kuttin hat seiner Meinung nach zu viel Macht. Vor der Tournee kam es zur offenen Auseinandersetzung zwischen Kuttin und Rohwein, nach der Saison will der Chefcoach eine Neuregelung erzwingen: "Wir haben eine alternde Mannschaft, da müssen sich einfach die Jungen mehr anbieten. Da müssen Dinge geändert werden, um bis 2010 Erfolg haben zu können."

Rohwein sieht die Athleten auf seiner Seite

Einige Experten meinen, dass der DSV die Veränderung besser auf dem Chefposten vornehmen und einen wie Mika Kojonkoski vom WM-Favoriten Norwegen als Rohwein-Nachfolger holen solle. Peter Rohwein nimmt derlei Aussagen inzwischen gelassen und erklärt, dass er der Letzte sei, der an seinem Stuhl klebe. Wenn er die Unterstützung seiner Athleten verliere, würde er freiwillig gehen: "Aber ich habe das Gefühl, dass sie mir zuhören. Das ist in Ordnung."

© SID

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