Skispringen WM
Schlierenzauer jüngster Weltmeister aller Zeiten

Gregor Schlierenzauer hat sich als jüngster Skiflieger aller Zeiten den Weltmeistertitel gesichert. Der 18-Jährige erreichte in Oberstdorf nach vier Durchgängen 835,4 Punkte.

Skiflieger Gregor Schlierenzauer hat sich den ersten Weltmeistertitel seiner Karriere gesichert. Der 18 Jahre alte Österreicher kam in Oberstdorf nach vier Durchgängen zu 835,4 Punkten und krönte sich zum jüngsten Titelträger der Geschichte. Platz zwei ging an seinen Landsmann Martin Koch (824,7 Punkte), Bronze holte sich der fünfmalige Tournee-Sieger Janne Ahonen aus Finnland (811,9).

Doch während Gregor Schlierenzauer noch mit der Austria-Fahne feierte, wurde im deutschen Team schon über Konsequenzen für das schwächste Ergebnis der Geschichte diskutiert. Martin Schmitt landete bei einer grandiosen Flugshow vor 27 000 Zuschauern in Oberstdorf als Bester nur auf Platz 15 und Sportdirektor Thomas Pfüller kündigte für Anfang März eine Entscheidung über die Zukunft des umstrittenen Bundestrainers Peter Rohwein und seinen Heimtrainer-Kollegen an.

Pfüller: "Leistungen sind nicht ausreichend"

"Gemessen an den Möglichkeiten des Verbandes sind die Leistungen nicht ausreichend. Ich bin weit davon entfernt, Peter Rohwein alles in die Schuhe zu schieben, aber für das Nationalteam trägt er die Verantwortung", sagte Pfüller schon vor der abschließenden WM-Teamentscheidung am Sonntag (13.45 Uhr/live in der ARD). Man wolle nach der Junioren-WM in der nächsten Woche noch vor Saisonende eine Entscheidung fällen und den restlichen Winter mit Anstand über die Bühne bringen. Rohwein will an seinem Posten festhalten, obwohl laut Pfüller das vor der Saison ausgegebene WM-Ziel, "an der Medaille zu kratzen", niemals annähernd in Reichweite war.

Stattdessen fiel Schmitt als Tiefpunkt einer enttäuschenden Saison von Platz zehn bei Halbzeit noch um fünf Positionen zurück. "Es wäre schön gewesen, wenn ich unter die Top Ten geflogen wäre", erklärte Schmitt. Mit 747,6 Punkten lag der viermalige Weltmeister fast 80 Punkte hinter Schlierenzauer, der wie Dieter Thoma 1990 gleich bei seinem ersten Fliegen zum Titel kam. Mit einem Flug auf 211,5 Metern im letzten Durchgang gewann er das Duell gegen den bis dahin noch führenden Teamkollegen Martin Koch (201,5), der traurig in den Schnee sank.

"Am Kulm habe ich vor zwei Jahren noch bei der WM zugeschaut, jetzt bin ich selbst der beste Skiflieger der Welt. Das ist ein Traum", erklärte Schlierenzauer, während seine Familie auf der Tribüne Freudentänze aufführte. Der nach Tag eins noch führende Weltrekordler Björn Einar Romören (Norwegen) musste sogar noch Bronze an Tourneesieger Janne Ahonen (Finnland) abgeben.

Ernüchterung bei Deutschlands Skispringern

Für die Deutschen blieb mit den Plätzen 19 (Michael Uhrmann), 21 (Michael Neumayer) und 30 (Georg Späth) nur Ernüchterung. An die anvisierte Teammedaille am Sonntag glaubt nach dem Debakel keiner mehr. "Wir müssen Platz vier sichern", meinte Schmitt. Michael Uhrmann sprach Klartext: "Es ist schon bitter, dass vor dieser grandiosen Kulisse kein Deutscher vorn mitspringen konnte. So kann es nicht weitergehen." Dazu genügt allein ein Blick auf die Geschichte der Skiflug-Weltmeisterschaften - nur zweimal schaffte es kein Deutscher in die Top sechs. 1981 landete Thomas Meisinger auf Position neun, 1988 ebenfalls in Oberstdorf Thomas Klauser auf Rang elf.

Rohwein fand trotzdem Ausreden: "Sicherlich kann man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Die Jungs wollten einfach zu viel. Es gibt immer mal ein Auf und Ab. Wir müssen jetzt die Saison anständig zuende bringen." Danach müssten sich alle Verantwortlichen zusammensetzen und sehen, wie es mit dem deutschen Skispringen weitergehen soll.

© SID

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