Snowboard International
Snowboard boomt in Russland

Russland entdeckt den Trendsport Snowboard. Mit den internationalen Erfolgen russischer Rider und der Olympiabewerbung von Sotschi wird der Sport immer populärer. Star der Szene ist Jekaterina Tudegeschewa.

Auch Russland kann sich der Faszination des Snowboard-Sports nicht entziehen. Ein gutes Jahrzehnt nach der Gründung des nationalen Verbandes firmiert in Leonid Tjagatschow sogar Russlands NOK-Präsident als Chef der Snowboarder und Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow gibt den Ehrenpräsidenten. Star der Szene aber ist eine 19-Jährige, deren Volk vom Aussterben bedroht ist.

Jekaterina Tudegeschewa fuhr als Olympia-Fünfte beim Parallel-Slalom von Turin in die Weltspitze und krönte sich im zurückliegenden Winter sogar zur Weltmeisterin. Die Aufsteigerin lebt in Taschtagal im Gebiet Kemerowo im tiefsten Sibirien. Sie gehört der nationalen Minderheit der Schoren an, einer kleinen den Uiguren nahestehenden turksprachigen Völkerschaft, die im Rotbuch der Unesco bei den vom Aussterben bedrohten Völkern geführt wird.

Sowboard-Events heiß begehrt

Die im nördlichen Altaigebirge ansässigen Schoren zählen laut Statistik nur noch 13 108 Personen. Tudegeschewa ist ihre Heldin und für die junge Generation der gerade den Wintersport entdeckenden Russen ist sie Trendsetter. Mittlerweile rangeln neben den Großstädten St. Petersburg und Moskau vor allem Magnitogorsk und Olympia-Kandidat Sotschi um die Snowboard-Events, in deren Schlepptau Tausende Fans mit ihren Brettern für Umsatz und damit gut gefüllte Kassen sorgen.

Auf über 100 000 ist die Mitgliederzahl im russischen Verband mittlerweile gewachsen. Die meisten Stars der Szene aber gehören nicht dazu, denn sie fahren in internationalen Teams als Profis. Dmitri Fessenko zum Beispiel verdient im weltbesten Profiteam "Burton" sein Geld. Viktor Teimurow (Bonfire) und Juri Podladtschikow (Volkom) zählen weltweit ebenso zu den Topfahrern.

Eine einzige Halfpipe

Und mit ihren Rängen vier sowie sechs sorgten Jelisaweta Pal sowie Alexander Baidajew vor wenigen Wochen beim O´Neill Xtreme in Frankreich für einen viel beachteten Erfolg der russischen Snowboarder. Das Duo arbeitet in den Sommermonaten am höchsten Kaukasus-Gipfel, dem 5 642 Meter hohen Elbrus, als Bergführer.

Die von Tjagatschow geführten "normalen" Snowboarder dagegen müssen zunächst auf den Erfolg von Sotschis Olympia-Bewerbung setzen. Sollte der Schwarzmeerort das Rennen um die Ausrichtung der Winterspiele 2014 gewinnen, würden auch für die Brett-Artisten neue Trainingsmöglichkeiten entstehen. Derzeit existiert in ganz Russland nur eine einzige Halfpipe. Und die liegt in Nowosibirsk - mitten in Sibirien.

© SID

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