Snowboard Weltcup
Amelie Kober in Italien wieder am Start

Nachdem sich Snowboarderin Amelie Kober mit vielen Verletzungen rumschlagen musste, ist sie nun wieder fit. Beim Weltcup in Limone Piemonte will Kober an den Start gehen.

Snowboarderin Amelie Kober kann nicht lange stillsitzen. Als sie wegen einer langen Verletzungsmisere im Sommer mit dem Training aussetzen musste, stieg sie eben aufs Motorrad um. "Nichtstun ist das Schlimmste. Ich musste mir eine Ablenkung suchen und habe mir eine Ducati Monster gekauft", sagt sie. Ab Sonntag will Kober wieder auf der Piste Gas geben - dann steht in Limone Piemonte der erste Parallel-Riesenslalom der Weltcup-Saison an.

Und Kober hat in Italien einiges vor. "Nach meiner Pause bin ich ganz anders motiviert. Wenn man sich länger nicht bewegen kann, weiß man es viel mehr zu schätzen, Rennen fahren zu dürfen", sagt die 21-Jährige. Denn die Vorbereitung auf den WM-Winter hätte für die Olympiazweite von 2006 nicht schlechter laufen können.

"Mir geht es wieder gut"

Ihre Krankenakte liest sich wie die eines Schwergewichtsboxers nach einem schweren K.o.: Gebrochene Rippe, verschobener Wirbel, Knochenstauchung am Knie. Als dann auch noch der Blinddarm raus musste, "hatte ich die Schnauze voll", sagt Kober noch immer genervt. Mittlerweile ist aber alles verheilt, "mir geht es wieder gut, und die letzten Tests waren sehr, sehr positiv". Auch die Erkältung, die sie sich vor wenigen Tagen zuzog, ist überwunden.

Das hat auch der Snowboard Verband Deutschland (SVD) beruhigt zur Kenntnis genommen, schließlich ist die sympathische Miesbacherin "als Aushängeschild enorm wichtig für uns", wie Sportdirektor Timm Stade betont. Der SVD will bei der WM im südkoreanischen Gangwon (17. bis 25. Januar) "mindestens eine Medaille holen" (Stade), bei Olympia 2010 in Vancouver soll sogar zweimal Edelmetall her. Klar, dass Stade da vor allem auf eine fitte Amelie Kober setzt.

"Sie hat das Rennfahren im Blut, kann auf den Punkt Leistung abrufen und bricht unter Druck nicht zusammen", schwärmt Stade von seiner Vorfahrerin, "aber auch die anderen drei haben gute Chancen. " Die Anderen, das sind im Alpin-Bereich mit Riesenslalom und Slalom Anke Karstens (Bischofswiesen), Isabella Laböck (Prien) und Selina Jörg (Sonthofen), die alle achtbare Resultate aufweisen können.

Kober froh über interne Konkurrenz

"Das ist das Beste, was mir passieren konnte", sagt Kober über die neu erwachsene interne Konkurrenz, die sie "im Training richtig anstachelt". Beim ersten Weltcup-Rennen am 10. Oktober in Landgraaf in den Niederlanden stahlen die Kolleginnen ihr sogar die Show: Das Trio kam beim Parallel-Slalom geschlossen in die Top 15, Kober fuhr geschwächt von ihrer langen Pause nur auf Rang 30.

Wo Kober wirklich steht, soll nun das Rennen am Sonntag in der Disziplin zeigen, in der sie 2006 Olympiasilber holte und ein Jahr später WM-Zweite wurde. An die Welttitelkämpfe im Frühjahr denke sie deshalb noch nicht, sagt Kober, "für mich steht zunächst der Weltcup im Vordergrund". Dort will sie Gas geben, denn Amelie Kober liebt den Kick und "alles, was gefährlich ist."

© SID

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