Sogar Penalty-Schießen um Klassenverbleib noch denkbar
Poss klammert sich an seinen Stuhl

Der fünfte Abstieg einer deutschen Eishockey- Nationalmannschaft ist ganz nah, doch Bundestrainer Greg Poss will im Amt bleiben und genießt offenbar noch die Rückendeckung des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

HB INNSBRUCK. Nach dem 2:3 (1:1, 1:1, 0:1) gegen Dänemark kann aber nur noch österreichische Schützenhilfe die DEB-Auswahl vor dem Gang in die Zweitklassigkeit bewahren, in die sie zuletzt 1998 gestürzt war. Dennoch betonte DEB-Sportdirektor Franz Reindl: "Zum heutigen Zeitpunkt stehe ich hundertprozentig zum Greg." Doch Reindl fügte auch hinzu: "Das ist eine bittere, bittere Stunde und ganz schwer zu verkraften." Über die Zukunft des Bundestrainers wollte sich der Bronzemedaillengewinner von 1976 denn auch nicht äußern: "Das ist eine Frage, die das Präsidium zu klären hat."

Mit der Niederlage verpasste es das deutsche Team am Dienstag in Innsbruck, sich den zum Klassenverbleib nötigen Punkt in der Abstiegsrunde der verkorksten Weltmeisterschaft zu holen. Während die Dänen gerettet sind, müssen die Deutschen hoffen, dass Slowenien am Mittwoch (20.15 Uhr) nicht gegen Österreich gewinnt. Ob die Gastgeber allerdings noch sehr motiviert sind, ist offen. Ihnen hilft nur noch ein Erfolg mit mindestens acht Toren Differenz weiter. Bei einem 8:0-Sieg würde es sogar noch ein Penaltyschießen gegen das deutsche Team geben, das am Dienstag aus Innsbruck abreiste. Der Bundestrainer benannte deshalb auf dem Parkplatz vor der Olympia-Eishalle vorsorglich fünf deutsche Schützen und zwei Torhüter, die zu einem noch ungewissen Termin zurückkehren müssten - vielleicht die letzte Amtshandlung des Bundestrainers.

Nach dem Spiel war das Gesicht von Greg Poss jedenfalls aschfahl. Mit versteinerter Miene suchte der Eishockey-Bundestrainer nach Worten. "Wenn die Mannschaft ihr Potenzial nicht ausschöpft und die Erwartungen nicht erfüllt, ist auch der Coach verantwortlich", sagte der US-Amerikaner. Doch im gleichen Atemzug lehnte der 39-Jährige einen Rücktritt nach acht Monaten Amtszeit ab. "Ich könnte woanders hingehen für viel mehr Geld. Aber ich habe einen Vertrag, das geht in beide Richtungen." Der unbefristete Kontrakt kann erstmals zum 31. Mai 2006 ordentlich gekündigt werden. Doch Poss betonte, DEB-Chef Hans-Ulrich Esken und Reindl würden zu ihm stehen.

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