Sommerspiele in Rio de Janeiro
Olympia-Absage wegen Zika-Virus?

Das Olympische Komitee der USA mahnt vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro Athleten zur Vorsicht. Sportler, die um ihre Gesundheit besorgt sind, sollten bei den Sommerspielen im August nicht antreten.

New York/WashingtonWegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus' in Brasilien rät das Olympische Komitee der USA (USOC) vor den Sommerspielen in Rio de Janeiro den Athleten zur Vorsicht. Um ihre Gesundheit besorgte Sportler sollten in Erwägung ziehen, dort im August nicht anzutreten, empfahl das USOC.

Die US-Regierung beantragte am Montag beim Kongress 1,8 Milliarden Dollar an Sofortmitteln für den Kampf gegen Zika. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) setzte ein Expertengremium ein.

Den Sportteams sei geraten worden, nicht nach Rio de Janeiro zu fahren, wenn sie Bedenken hätten, sagte der Vorsitzende der US-Fechtervereinigung, Donald Anthony. Dem Sportdirektor des US-Reitverbandes, Will Connell, zufolge stellte das USOC den Athleten und Team-Mitgliedern die Entscheidung über eine Teilnahme frei. Niemand solle sich dazu verpflichtet fühlen, wenn er Bedenken habe.

Das USOC gab den beiden Sportfunktionären zufolge die Empfehlung Ende Januar ab. Ein USOC-Sprecher bestätigte, die Verbände über amtliche Empfehlungen informiert zu haben. Die US-Behörde für Gesundheitsschutz rät Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch, Zika-Regionen zu meiden.

Das durch Mücken übertragene Virus gilt vor allem für Schwangere als gefährlich. In Brasilien wird es mit Fehlbildungen bei vielen Babys in Verbindung gebracht. Bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London holten US-Athleten die meisten Medaillen. Ihre Teilnahme hat große Bedeutung für die Veranstaltung in Rio.

Die von der US-Regierung beantragte Nothilfe solle für den Kampf gegen Zika sowohl in den USA als auch in anderen Ländern eingesetzt werden, erklärte das Präsidialamt. Dabei gehe es darum, die Ausbreitung der Zika-Mücken einzudämmen, die Übertragung des Virus' zu verhindern sowie um die Entwicklung von Impfstoffen.

Die Beratung der Pharmabranche bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten soll auch die Aufgabe des von der EMA eingesetzten europäischen Expertengremiums werden. Sie wende sich aktiv an Firmen, die an solchen Mitteln arbeiteten, erklärte die Behörde. Zugleich fordere sie Forscher auf, sich bei vielversprechenden Projekten auf diesem Gebiet zu melden.

Ziel sei es, so schnell wie möglich die notwendigen Mittel zu entwickeln. Bislang gibt es weder einen Impfstoff zum Schutz vor der Infektion noch Medikamente für ihre Behandlung. Derzeit laufen noch nicht einmal klinische Studien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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