Spätestens am 30. Juni
„ManU“ verschwindet von der Börse

Manchester United, der reichste Fußballclub der Welt, ist wohl schon bald bettelarm. Nach der erfolgreichen feindlichen Übernahme will der neue Besitzer, US-Milliardär Malcolm Glazer, den englischen Traditionsverein Ende Juni von der Börse nehmen. Experten erwarten, dass er dann mehrere hundert Mill. ? Verbindlichkeiten auf den Club übertragen wird.

HB LONDON. Nachdem Glazer zu Wochenbeginn seinen Anteil bei "ManU" auf 76,2 % erhöhen konnte, hat er nun alle Vollmachten und nutzt diese auch. Der Selfmade-Milliardär hat den verbliebenen Aktienbesitzern eine Frist bis zum 13. Juni gesetzt, um ihm ihre Anteile zu verkaufen. Doch unabhängig davon, ob sie dem nachkommen, sind die nächsten Schritte bereits beschlossen: Nach 14 Jahren an der Londoner Börse wird Manchester United spätestens am 30. Juni wieder ein Privatunternehmen.

Die Fans fürchten das Schlimmste, dass nämlich der stets schuldenfrei geführte Club künftig unter der Schuldenlast schwer zu tragen hat. Von steigenden Ticket-, Getränke- und Merchandisingpreisen ganz zu schweigen. Die Anhänger haben zum Boykott aufgerufen: Produkte von Manchesters Sponsoren, wie Nike, Vodafone und Audi, sollen verschmäht werden.

Denn Glazer hat "ManU" auf Pump gekauft. Von den 1,15 Mrd. ?, die die Übernahme kostete, hat er sich jeweils rund 400 Mill. ? bei Banken und von drei US-Hedge-Fonds geliehen. Er kommt deshalb nicht umhin, das Vermögen des Champions-League-Siegers von 1999 zu beleihen.

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