Spanien fehlen Anti-Doping-Vorschriften
Aus Mangel an Gesetzen

Während sportgerichtliche Sanktionen gegen die in den Madrider Dopingskandal verwickelten Radprofis immer wahrscheinlicher werden, sind strafrechtliche Folgen eher unwahrscheinlich. Auch die "Doping-Organisatoren" Fuentes & Co. könnten am Ende weitgehend ungeschoren davon kommen.

HB MADRID/VIELHA. Mangels eines Anti-Doping-Gesetzes, das Spanien vermutlich erst im November erhalten wird, können die bislang fünf Verdächtigten Manolo Saiz, Eufemiano Fuentes, Luis Merino Batres, Ignacio Laberta und Alberto Leon nur wegen "Schädigung der öffentlichen Gesundheit" belangt werden. Ihnen droht im Falle einer Verurteilung eine Strafe zwischen einigen Monaten und maximal fünf Jahren Gefängnis. Wann und ob überhaupt ein Prozess eröffnet wird, ist ungewiss.

"Die Richter müssen prüfen, ob die Schlussfolgerungen der Polizei stichhaltig sind, ob jeder einzelne der beschuldigten Fahrer auch zweifelsfrei mit den verschlüsselten Aufzeichnungen von Fuentes in Verbindung gebracht werden kann", sagte die Pressesprecherin des Obersten Gerichtshofes Madrid, Elisa Beni Uxabal. Momentan scheint sich Untersuchungsrichter Antonio Serrano-Arnal, ein ausgewiesener Experte in Drogenprozessen, in dieser Hinsicht noch nicht sicher zu sein.

Er hat bislang keinen einzelnen der 58 verdächtigten Fahrer, darunter der von der Tour de France suspendierte Jan Ullrich, vernommen. Nur der ehemalige Teamchef Manolo Saiz wurde Anfang Juni von ihm einbestellt. Die Mediziner Fuentes und Merino müssen sich für den 20. Juli bereithalten, Ignacio Laberta und Alberto Leon am Tag darauf.

Eine Anordnung der nationalen Sportverbände, nach der die betroffenen Fahrer ihre Unschuld durch eine DNA-Probe zu beweisen haben, käme den Richtern entgegen. "Für eine Verurteilung von Fuentes & Co. müssen die Richter eine überzeugende Theorie präsentieren, dass die Rücktransfusion von Eigenblut schädlich ist", führte Beni Uxabal weiter aus. "Doch das wird schwierig, denn Blut ist eine natürliche Substanz. Wir holen gegenwärtig das Urteil von Experten in dieser Frage ein."

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