Spiele 2012
Olympisches Komitee lobt Londons Vorbereitungen

Bei den Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London harren nur noch kleine Probleme ihrer Lösung. Die britischen Steuerzahler sollten allerdings mit weiter steigenden Belastungen rechnen.
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LONDON. Wie viele Minuten Stau am Tag kam man einem Profi-Badmintonspieler zuzumuten? Das ist derzeit die dringendste Frage, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) umtreibt.

Um Kosten in Höhe von rund 20 Mio. Pfund zu sparen, haben sich die Organisatoren der Londoner Sommerspiele 2012 dagegen entschieden, extra eine eigene Halle für das olympische Badmintonturnier und die Wettbewerbe der rhythmischen Sportgymnastinnen zu errichten. Die Wettkämpfe sollen stattdessen in der Wembleyhalle, im Nordwesten der Stadt, ausgetragen werden.

Nun wird eifrig darüber diskutiert, wie sich der Transport der Athleten vom olympischen Dorf im Londoner Eastend nach Wembley am geschmeidigsten organisieren ließe. Sogar über eine Modifizierung der Ampelphasen wird nachgedacht. Angesichts dieses eher marginalen Problems war es nicht verwunderlich, dass sich Denis Oswald, der Chef der IOC-Delegation, mit den bisherigen den Entwicklungen zufrieden zeigte: "Ich kann verkünden, dass London sich im Soll befindet."

Das war in den vergangen Monaten nicht immer der Fall. Wenige Wochen nach der letzten IOC-Kontrollvisite im April, musste das Londoner Organisationskomitee bekannt geben, dass der australische Baukonzern Lend Lease aufgrund der Finanzkrise nicht wie geplant in der Lage sein werde, die Kosten für den Bau des olympischen Dorfes zu stemmen. Stattdessen musste die britische Regierung einspringen und den Bau mit einer Mrd. Pfund bezuschussen. Das Engagement der Regierung dürfte den Steuerzahlern einen Verlust von vermutlich 675 Mio. Pfund einbringen.

Nach den Spielen soll das Athletendorf in ein Stadtviertel mit Wohnungen und Geschäften umgewandelt werden, doch aufgrund des momentan brachliegenden Immobilienmarktes, erwartet die Regierung höchstens 325 Mrd. Pfund der investierten Summe zurückzubekommen.

Bereits wenige Monaten vor dem Dorfdebakel musste die Regierung dem Londoner Organisationskomitee schon einmal aus der Klemme helfen. Im Januar war die Finanzierung für das internationale Medienzentrum geplatzt, 355 Mio. Pfund fehlten und die Regierung zahlte.

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