Spieler sollen deutsche Tennistradition retten: Im Schatten der Gräfin

Spieler sollen deutsche Tennistradition retten
Im Schatten der Gräfin

Die Nation lechzt nach einer zweiten Steffi Graf. Und Anna-Lena Grönefeld soll es richten. Am besten gleich bei den Australian Open.

HB MÜNCHEN. An sengende Hitze hat sich Anna-Lena Grönefeld gewöhnt. Deutschlands beste Tennisspielerin trainiert seit drei Jahren in der Wüste Arizonas. Temperaturen von 35 Grad im Schatten sind in Scottsdale normal, nur das es selten Schatten gibt.

Die subtropischen Temperaturen des fünften Kontinents schrecken die 20-Jährige also nicht, wenn in der kommenden Woche in Melbourne die Australian Open beginnen. Und dennoch blickt Grönefeld ihrem Auftritt beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres mit gemischten Gefühlen entgegen.

Als erste Spielerin seit Anke Huber gehörte die Nordhornerin im vergangenen Jahr zu den besten 20 Tennisspielerinnen in der Welt, und sogleich durstet es der seit Steffi Graf erfolgsverwöhnten Nation nach einer neuen Spitzenspielerin. Der Druck auf Grönefeld ist gewachsen, in diesem Jahr muss sie zeigen, welches Potenzial in ihr steckt. Geht es weiter aufwärts oder stagniert sie erstmals? Bisher war sie ihrem Zeitplan stets voraus, am Ende der Saison lag sie jedes Mal deutlich vor der eigenen Zielvorgabe. Eigentlich wollte sie erst jetzt die Top 20 angreifen, und jetzt sagt sie, dass es schön wäre, 2006 unter die Top Ten und bei einem der Grand Slams ins Viertelfinale zu kommen.

Ein realistisches Ziel, glaubt Nicolas Kiefer, ihr Partner beim Hopman Cup, der von ihren technischen Fähigkeiten „angenehm überrascht“ war. „Sie kann sicherlich die Top Ten angreifen.“

Ob es schon in Melbourne für das Viertelfinale reicht, daran zweifelt Grönefeld selbst ein wenig. Durch ihren Bänderriss, den sie sich im Oktober zugezogen hatte, fehlt ihr ein Teil der Vorbereitungszeit. Ausgerechnet als sie gegen die Weltranglistenerste Maria Scharapowa beim Turnier in Moskau klar auf Siegkurs lag, war sie auf dem stumpfen Teppich umgeknickt. Das Ende einer glänzenden Saison, auch wenn sie nach ihren drei Finalteilnahmen noch auf ihren ersten Titel wartet.

Dass Grönefeld dem deutschen Damentennis langfristig wieder eine Perspektive geben wird, davon ist Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner überzeugt. „Sie setzt sich immer realistische Ziele und ist nie mit dem zufrieden, was sie erreicht hat. Das unterscheidet sie von den anderen“, sagt Rittner.

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