Spitzensport-Reform
Den Abwärtstrend im deutschen Sport stoppen

Die deutsche Medaillenausbeute bei Olympischen Spielen hat sich seit 1992 fast halbiert. Mit einer Spitzensport-Reform soll der Trend gestoppt werden. Jetzt werden erfolgsversprechende Disziplinen verstärkt gefördert.

BerlinPotenzialorientiert, effizienter und mit einer Konzentration auf weniger Stützpunkte soll der deutsche Spitzensport wieder auf Kurs gebracht werden. Dies sieht der mit Spannung erwartete Entwurf zur Reform der Leistungssportförderung vor, der am Mittwoch in Berlin dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages vorgestellt wurde. Mit dem neuen Konzept hoffen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium (BMI), den Abwärtstrend bei den Olympischen Spielen stoppen zu können.

Nicht mehr die Ergebnisse der Vergangenheit, sondern das Erfolgspotenzial für die Zukunft steht bei der zukünftigen Sportförderung im Mittelpunkt. So sollen Sportler und Disziplinen mit hohen Medaillenchancen deutlich stärker unterstützt werden. Auch das Umfeld wird nun stärker bei der Unterstützung berücksichtigt. Damit soll auch verhindert werden, dass erfolgreiche Trainer ins Ausland abwandern. Fehlt dagegen eine Perspektive, so können ganze Disziplinen durch das Raster fallen. Dafür wird auch die Struktur der Stützpunkte verändert.

„Künftig wollen wir noch filigraner, noch professioneller Sportart für Sportart durchleuchten und uns Gedanken darüber machen, wo bestehen die besten Chancen, in vier, acht oder zwölf Jahren definitiv Erfolge zu sichern“, sagte DOSB-Chef Alfons Hörmann am Mittwoch im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

So soll es ein „perspektivisches Berechnungsmodell“ geben, das eine Bewertungskommission aus Mitgliedern des DOSB, dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft und externe Experten ausarbeiten soll. So sollen die 130 Disziplingruppen aus Sommer- und Wintersport auf Medaillentauglichkeit durchleuchtet werden. In der Vergangenheit hatten die Verbände noch eine Summe X erhalten und das Geld dann verteilt.

Damit ist nun Schluss. Einzelne Disziplinen werden nun in drei Gruppen unterteilt: Die höchste Förderung gibt es im Exzellenzcluster, die zweite Gruppe bildet das Potenzialcluster und muss Abstriche bei der Förderung hinnehmen. In der dritten Gruppe sind Disziplinen ohne Erfolgspotenzial vertreten, sie müssen deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen, sogar ein kompletter Förderungsstopp ist möglich.

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Was sich der DOSB erhofft

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