Sponsorenvertrag
Polens Volleyballer setzen an zum großen Sprung

Mit drei Teams kämpft Polens Volleyball-Liga um die Champions League, das Nationalteam ist ohnehin schon seit Jahren in der Weltspitze. Dank eines lukrativen Sponsorenvertrags mit dem Mobilfunkanbieter Polkomtel ist die bisherige Randsportart in Polen enorm populär geworden - und startet nun den Angriff auf König Fußball.

WARSCHAU. Wenn Jaroslaw Bauc von seiner Lieblingssportart spricht, klingt das schon mal leicht pathetisch: „Es ist eine Ehre, Sponsor des polnischen Volleyballs zu sein“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Mobilfunkanbieters Polkomtel. Der Vertrag mit dem polnischen Volleyball-Verband ist aber nicht nur eine ehrenvolle, sondern vor allem eine geschäftsträchtige Angelegenheit.

Vor einem Jahrzehnt wurde Polkomtel Großsponsor. Damals fand Volleyball in Polen kaum Beachtung. Doch die Ausdauer, mit der der Mobilfunkanbieter sein Engagement verfolgte, hat sich gelohnt – für beide Seiten. Der Verband feiert große sportliche Erfolge. Das Publikumsinteresse steigt rasant an. Und Polkomtel profitiert von dem ausgezeichneten Image der aufstrebenden Sportart.

Den Höhepunkt des langen Aufstiegs erlebten die polnischen Volleyball-Fans vergangenen Sonntag. Mit einem 3:1-Sieg gegen Frankreich holte sich die Nationalmannschaft der Herren in der Türkei den ersten Europameisterschafts-Titel ihrer Geschichte. Jetzt steht das nächste Ziel an: Der Volleyball will in Polen nach Fußball zur beliebtesten Sportart werden.

„Die polnischen Volleyballer befinden sich seit Jahren in der Weltspitze“, sagt Krzysztof Kropielnicki, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Posener Sportmarketingagentur Sport & Business Foundation. Die Zuschauer honorieren das: Bisher zählten Skispringen und Rennfahren zu den drei populärsten Sportarten in Polen – doch hier blieben Erfolge zuletzt aus. Kropielnicki ist deshalb davon überzeugt, dass Volleyball in der Gunst des Publikums bald direkt nach dem Fußball kommen wird.

Das verdanken die Volleyballer nicht nur ihrem eigenen Können, sondern auch der treuen Unterstützung von Jaroslaw Bauc. Offiziell will der Chef von Polkomtel, das zu 25 Prozent dem britischen Vodafone-Konzern gehört, nicht über die Höhe seiner Finanzspritzen reden. Doch spricht etwa die Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ von umgerechnet rund 7,5 Mio. Euro, die das Unternehmen jede Saison in den Spielbetrieb investiert. Keine große Summe für ein Unternehmen, das jährlich zwei Mrd. Euro umsetzt – umso beeindruckender ist der Erfolg der Investition.

Volleyball hat in Polen ein hervorragendes Image, das sich auch auf den Hauptsponsor überträgt. In vielen Punkten hängt die Sportart den großen Konkurrenten Fußball deutlich ab: Die Zuschauer attestieren ihren Idolen ein höheres Bildungsniveau. Außerdem herrscht bei den Spielen eine deutlich angenehmere Atmosphäre: Die Fans verhalten sich fair und pöbeln nicht herum – ein klarer Gegensatz zum Fußball, der in Polen vor allem für randalierende Hooligans und Korruption bekannt ist. Eine Folge: Für Volleyball interessieren sich genauso viele Frauen wie Männer.

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