Sport
Der Trend geht zur Zwei-Klassen-Fitness

Die Deutschen werden immer fitter. Zumindest gehen sie öfter ins Fitness-Studio. Die Mitgliederzahlen sind so stark gesteigen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dennoch steigt der Konkurrenzdruck unter den Studio-Betreibern.

KÖLN. Bei der Reutlinger Fitness-Kette Easy Sports fließt Blut - virtuell zumindest. In zwei Rinnsalen läuft es beim Online-Auftritt über die Startseite. Dann erscheint eine junge Frau, mit der Zunge fährt sie über ihre verletzte Lippe. "Sei stark bis ins Blut" heißt das Motto von Easy Sports, bei Fitness-Freunden kommt das offenbar gut an: Mit einem Mitgliederplus von 50 Prozent auf 38 500 zählt das 2006 gegründete Unternehmen im letzten Jahr zu den wachstumsstärksten Anbietern in der Fitnessbranche, die auf einen Gesamtumsatz von drei Mrd. Euro kommt.

"Wir wollen natürlich Aufmerksamkeit", erklärt Angelo Bauso, Marketing-Direktor bei Easy Sports die Kampagne. Die Botschaft will er freilich differenziert verstanden wissen: "Trainiere dich durch und durch, auch Herz und Immunsystem. Und mach es mit Biss." Den braucht auch das Unternehmen - schließlich zielt es mit Monatsbeiträgen ab etwa 20 Euro auf das Discount-Segment, wo McFit mit rund 700 000 Mitgliedern den Ton angibt und bereits ab 16,90 Euro Zugang zu den Studios bietet.

Der kämpferische Ton spiegelt die Lage auf dem deutschen Fitnessmarkt. Trotz des mit einem Plus von 8,8 Prozent stärksten Wachstums seit fünf Jahren auf 5,91 Mio. Mitglieder und überwiegender Zuversicht für das laufende Jahr hat sich die Konkurrenz verschärft - so lautet das Ergebnis einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zum deutschen Fitness- und Wellnessmarkt, die dem Handelsblatt vorliegt. Vor allem Discount-Anbieter greifen an. "Ihr Marktanteil hat sich während der letzten fünf Jahre mehr als verdoppelt", sagt Niels Gronau, Freizeitsport-Experte bei Deloitte und Autor der jährlich erscheinenden Untersuchung. "Und die Discounter werden weiter zulegen."

Für Neuling Easy Sports sieht Gronau weiter gute Chancen. "Im Gegensatz zu McFit bietet das Unternehmen nicht allein Maschinentraining, sondern auch eine Sauna und verschiedene Kurse", sagt Gronau - das könne die etwas höheren Beiträge ausgleichen. Mit den Zusatzangeboten steht das Unternehmen, das Ende 2008 Rang acht der Anbieter in Deutschland belegte, für einen neuen Trend im Discount-Segment: "Die Anbieter erkennen, dass billig allein nicht zieht", sagt Gronau.

Mehr als nur Maschinen - diesem Konzept folgt auch Clever Fit, eine weitere Discount-Kette, die sich in den Top-Ten der Anbieter etabliert hat. Eine Verdoppelung der Mitgliederzahl auf 35 000 bedeutet 2008 Rang neun. Mit Preisen ab 19,90 Euro im Monat ist die Mitgliedschaft zwar ebenfalls teurer als bei McFit - dafür lockt Clever Fit mit Sonnenbank und einem Vibrations-Trainingsgerät, mit dem sonst Astronauten im All Muskelschwund entgegenwirken.

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