Sport-Event
WM-Marathon soll Millionen Zuschauer anlocken

1,5 Millionen - so viele Zuschauer erwarten Tourismusmanager beim WM-Marathon in Berlin. Ein riesiger Event. TV-Bilder sollen die Stadt als Bühne sportlicher Höchstleistungen etablieren. Ebenfalls rekordverdächtig: Die Vorbereitungen hinter den Kulissen.

BERLIN. Es soll ein Rennen der Rekorde werden: Bis zu 1,5 Millionen Menschen werden an diesem Wochenende an der Marathon-Strecke der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin erwartet. Mit dem Start der Frauen am Samstag um 11.15 Uhr und dem der Männer um 11.45 Uhr erlebt die Stadt eine Premiere: Erstmals in der WM-Geschichte werden die Marathon-Läufe außerhalb eines Stadions entschieden. Nach der Debatte um die hohen Ticketpreise im Olympiastadion können Hauptstädter und Berlin-Besucher nun WM-Luft auch ohne Eintrittskarten schnuppern.

Schon heute werden die Geher für ihren 50-Kilometer-Lauf auf der Straße "Unter den Linden" antreten, nachdem sie dort bereits am vergangenen Wochenende über kleinere Distanzen gegangen waren. Mehr als 150 000 Zuschauer kamen, so viele wie noch nie bei Geher-Wettbewerben.

Der Frauen-Marathon muss nach den Absagen der deutschen Favoritin Irina Mikitenko und ihrer britischen Rivalin Paula Radcliffe zwar auf zwei große Namen verzichten. Doch der Lauf über vier Mal zehn Kilometer rund um das Brandenburger Tor mit einem Finalschlenker zum Roten Rathaus wird Fernsehsendern weltweit spektakuläre Bilder bescheren. "Es war wichtig, die Aktivitäten in die Innenstadt zu verlegen - auch gegen den Widerstand des Weltverbandes IAAF", sagte Frank Hensel, Geschäftsführer des Berliner Organisationskomitees.

Die Leichtathletik-WM versucht so an die Erfolge des Stadtmarathons anzuknüpfen, bei dem auch in diesem September 40 000 Läufer antreten werden. Mehr als eine Million Zuschauer zieht die jährliche Veranstaltung an - und sorgt regelmäßig für Karnevalsstimmung zwischen Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Von der Berichterstattung erhoffen sich die Berlin-Werber ein weltweites Echo. "Das ist mit Geld nicht zu bezahlen", sagt Christian Tänzler, Sprecher der Berlin Tourismus Marketing Gesellschaft.

Die TV-Bilder sollen Berlin als Bühne sportlicher Höchstleistungen etablieren. Die Stadt sei "jederzeit bereit und in der Lage, Olympische Spiele auszurichten", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit.

Auch das Fernsehen betreibt großen Aufwand. Mit 27 Kameras, drei Hubschraubern und 20 Kilometern Kabel stehe der für die WM-Stadtevents federführende Rundfunk Berlin-Brandenburg "vor der größten Herausforderung seit dem Mauerfall", sagte Sportchef Hans-Jürgen Pohmann.

Konkurrenz bekommt die Leichtathletik-WM von ungewohnter Seite: Parallel zu den Marathon-Läufen öffnen Kanzleramt und Ministerien zum Tag der offenen Tür. Eine mögliche Publikumskollision sieht die Bundesregierung gelassen. "Berlin kann zwei Großereignisse verkraften", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Klaus Vater.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%