Sport im Sumpf
Korruption, Doping, Wettbetrug und die Geldgier

Wo ist der saubere Sport geblieben? Fußball versinkt in der Korruption, Leichtathletik im Doping und Tennis im Wettbetrug. Nur drei Beispiele für die dunkle Seite des Sports, die von Renditegier getrieben wird.

DüsseldorfBetrug ist ein ständiger Begleiter des Spitzensports. Leider müssen sich Sportliebhaber daran gewöhnen. Die Vorwürfe gegen Top-Tennisspieler sind da wohl erneut nur die Spitze des Eisbergs. Experten vermuten viel mehr dunkle Machenschaften. Allerdings ist der Kampf gegen Kriminelle schwer und teuer.

Beispiel Tennis: In den vergangenen zehn Jahren sollen 16 der besten 50 Tennisspieler Spiele manipuliert haben. Das ergaben Recherchen der englischen BBC und des amerikanischen Medienportals Buzzfeed. Namen wurden noch keine genannt, vielleicht, weil dies juristisch bedenklich ist. Doch der Hinweis darauf bedeutet keine Entwertung der verbreiteten Informationen.

Wettbetrug im Tennis ist nicht neu. Sogar Sanktionen gab es schon: „Es wurden sechs lebenslange Sperren ausgesprochen und insgesamt 18 Strafen verhängt“, stellt Tennisfunktionär Chris Kermode fest. Allerdings ist es häufig schwer, einen Betrug auch gerichtsfest zu beweisen. Das hängt mit den Eigenarten dieses Sports zusammen und mit der geschickten Vorgehensweise der Betrüger.

In vielen Sportarten werden junge und finanziell knapp ausgestattete Athleten von Zuarbeitern der Wettbetrüger angesprochen. Auch dem aktuell besten Tennisspieler Novak Djokovic ist das passiert. 2007 wurden seinem Team angeblich 200.000 Dollar für eine Niederlage geboten. Der Serbe lehnte ab. Umso erstaunlicher ist seine Reaktion auf die jüngsten Veröffentlichungen.

„Ich glaube nicht, dass das einen Schatten auf unseren Sport wirft. Es gibt bislang keine klaren Beweise, dass aktive Spieler betroffen sind. Solange ist es reine Spekulation“, sagte er beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne. Nicht weniger beschönigend wie entlarvend sind viele Aussagen von Funktionären. Bestritten und dementiert wird meist solange, bis es nicht mehr geht.

Dahinter steckt die Sorge ums eigene Image: Der Sport muss sauber sein. Daran hängt das Finanzierungssystem in vielen Bereichen. Nur dann pumpen Sponsoren weiter Geld ins System. Nur dann bleiben Fans mit voller Begeisterung dabei. Und nur unter dieser Voraussetzung ist Werbung im Sport sinnvoll. Alle – Funktionäre, Sportler und Werber – setzen darauf, dass Skandale schnell in Vergessenheit geraten.

Meist geht die Kalkulation auf. Allerdings häufen sich spektakuläre Negativnachrichten in den vergangenen Monaten. Was zeigt: Der gesamte Spitzensport steckt viel tiefer im Sumpf als viele denken.

 

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