Sport-Sponsoring
Telekom und Adidas steigen bei Team T-Mobile aus

Die Deutsche Telekom zieht die Konsequenzen aus den anhaltenden Doping-Enthüllungen im Radsport. Das Sponsoring des „Team T-Mobile“ werde nach 16 Jahren mit sofortiger Wirkung beendet, teilte der Bonner Konzern am Dienstag mit.

HB FRANKFURT. Das habe der Vorstand entschieden. „Wir sind zu diesem Schluss gekommen, um uns und die Marke T-Mobile von den jüngsten Doping-Erkenntnissen im Sport und speziell im Radsport zu distanzieren“, begründete Telekom-Vorstand und T-Mobile-Chef Hamid Akhavan den Schritt. Auch Adidas will das Team nicht länger ausrüsten, wie ein Sprecher erklärte. Allerdings war das Engagement des Sportartikelherstellers vergleichsweise gering.

Der Vertrag der Telekom mit dem Profi-Rennstall - dessen größte Erfolge waren die Toursiege von Bjarne Riis und Jan Ullrich 1996 und 1997 sowie der sechsmalige Gewinn des Grünen Trikots durch Erik Zabel - wäre noch bis 2010 gelaufen. Über die Modalitäten der Kündigung sei Stillschweigen vereinbart worden. Medienberichten zufolge hat die Telekom sich das Sponsoring rund zehn Mill. Euro im Jahr kosten lassen.

Zahlreiche Profi-Radsportler und Betreuer hatten in diesem Jahr zugegeben, dass die Leistungen seit Jahren nur mit Hilfe systematischen Dopings ermöglicht wurden. Nach dem Geständnis der Telekom-Hoffnung Patrick Sinkewitz, bei der „Tour de France“ 2006 mit Eigenblut-Doping nachgeholfen zu haben, hatte die Telekom vor einigen Wochen ihr Engagement auf den Prüfstand gestellt.

Nach den ersten Doping-Enthüllungen beim Team Telekom im Sommer hatte der Konzern noch erklärt, gemeinsam mit der Team-Führung um Bob Stapleton gegen Doping im Radsport kämpfen zu wollen. Am Dienstag betonte sie, dem Ausstieg liege kein Fehlverhalten der Team-Führung zugrunde. Stapleton sagte, er wolle mit dem Team weitermachen und den Kampf gegen Doping fortsetzen.

Das bisherige Telekom-Team soll nun unter dem Namen „Team High Road“ weiterlaufen und weiter von dem Amerikaner Stapleton geführt werden. „Wir hoffen, dass die Mannschaft als unabhängige Einheit weiter arbeiten kann, um nicht nur die sportlichen Ziele zu erreichen, sondern auch weiter die Führungsrolle im Anti-Doping-Kampf einzunehmen“, sagte er.

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