Sportengagement
Sponsoren setzen auf Amateure

Mit einem Engagement im Breitensport wollen viele Unternehmen ein besseres Image und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Zum Teil wird im Gegenzug sogar die Förderung von Spitzensport zurückgefahren. Neben der Imagepflege bietet der Breitensport den Unternehmen einen weiteren entscheidenden Vorteil.
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KÖLN. Die grüne Lunge der Hauptstadt hat in diesem November mehr Farbe bekommen. Auf den wegweisenden Natursteinen leuchtet nun ein magentafarbenes "T". Die Deutsche Telekom zeigt damit Joggern im Berliner Tiergarten auf rund zehn Kilometern Strecke den Weg.

Die Markierung des sogenannten "Running Track" ist der jüngste und zugleich auffälligste Teil der Breitensportförderung der Telekom. Bisher machte das Unternehmen eher mit Spitzensportsponsoring auf sich aufmerksam, etwa mit seiner Marke T-Home auf den Trikots des deutschen Fußballrekordmeisters Bayern München. "Wir sehen unser Engagement im Breitensport als Ergänzung des Spitzensportsponsorings", sagt Sprecher René Bresgen.

Amateursport fördern wirkt als Übernahme von Verantwortung

Mit dieser Einstellung steht der Bonner Telekommunikationskonzern nicht allein da - der Amateursport ist ins Visier der Marketingverantwortlichen geraten. "Sponsoring im Breitensport nehmen die Menschen als Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung wahr. Das erkennen immer mehr Firmen", sagt Bernd Reichstein, Präsident des deutschen Fachverbands für Sponsoring Faspo in Hamburg.

Zudem gelte Sport als gesund - davon wollen die Firmen profitieren: "Ein wichtiger Grund für die Zunahme des Breitensportsponsorings ist das steigende Gesundheitsbewusstsein", sagt Reichstein.

Konzerne wollen Glaubwürdigkeit zurück gewinnen

Über den Amateursport lässt sich das eigene Image gerade in schwierigen Zeiten prima aufwerten. Nach spektakulären Firmenpleiten und steigender Arbeitslosigkeit haben gerade die Konzerne an Glaubwürdigkeit verloren.

Nur noch rund 15 Prozent der Deutschen vertrauen den Managern in Großunternehmen - schlechter schneiden nur Werber und Politiker ab. Das geht aus dem Vertrauensindex 2009 der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg hervor. Darin ermittelt die GfK, welches öffentliche Ansehen die verschiedenen Berufsgruppen genießen.

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