Sportler und Privatinsolvenz Pleite in der Nachspielzeit

Sportlich Weltklasse, finanziell katastrophal: Viele Sportstars rutschen nach Karriereende in die Pleite. Doch warum? Ein Blick in die Leistungselite zeigt ein Muster – schlechte Beratung und Überschätzung des Vermögens.
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Wenn die Karriere vorbei ist, bekommen Sportler schnell Geld-Probleme. Quelle: dpa
Das Spiel ist aus

Wenn die Karriere vorbei ist, bekommen Sportler schnell Geld-Probleme.

(Foto: dpa)

KölnAuf Krücken kommt Boris Becker zur Pressekonferenz. Stück für Stück humpelt er in den Saal. Zum „Head of Men’s Tennis“ macht ihn der Deutsche Tennis-Bund (DTB) an diesem Tag. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch Bum-Bum-Boris, die deutsche Legende, die Deutschland zu einer Tennisspielernation machte, sieht müde aus. Kein Lächeln, dass über beide Ohren geht, kein Strahlen in den Augen. Die Bilder des jüngsten Wimbledon-Gewinners aller Zeiten sind nur noch eine blasse Erinnerung. Zurückgeblieben ist ein erschöpfter Mann – mitten in einem Privatinsolvenzverfahren. Eine englische Bank hat Bum-Bum-Boris erst kürzlich für zahlungsunfähig erklärt.

Dabei soll Becker während seiner aktiven Zeit allein 25 Millionen Dollar an Preisgeldern abgeräumt haben, weitere 50 Millionen Dollar strich er offenbar durch Werbung ein, etwa für AOL oder Nutella. Sein damaliger Unterstützer und Manager, der rumänische Milliardär Ion Tiriac, sagte zuletzt, Boris Becker sei zu seiner aktiven Zeit der bestbezahlte Sportler der Welt gewesen. Als er seine Karriere beendete, sollen mehr als 100 Millionen auf Becker'schen Konten gelegen haben. Ausgesorgt hatte er – eigentlich.

Doch Boris Becker ist nur einer von vielen Sportlern, bei denen sich diese Annahme als falsch erwiesen hat. Dutzende Fälle zeigen: Profisportler sind offenbar prädestiniert dazu, ihr Geld zu verprassen, falsch beraten zu werden, Schulden anzuhäufen oder am Ende gar in die Pleite zu schlittern. Es zeigt sich tatsächlich ein Muster. Stars wie der nordirische Fußballer George Best oder Ex-Weltmeister Thomas Häßler haben es geschafft, die Millionengehälter ihrer Profikarriere in nur wenigen Jahren zu verschleudern. Letzterer versuchte dann bei RTL, die Scherben aufzusammeln und ging für ein paar tausend Euro ins Dschungelcamp. Fragt man Best, wohin all das Geld floss: „Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben; den Rest habe ich einfach verprasst.“

Andere Sportikonen, wie Lionel Messi oder Christiano Ronaldo zum Beispiel, haben ihr Vermögen in gewagte Steuermodelle gesteckt. Das belegten umfassende Enthüllungen unter dem Schlagwort „Football Leaks“. Die Folge: Messi ist offiziell als Steuerhinterzieher verurteilt, Ronaldo droht eine Strafe von mehreren Millionen Euro.

Boris Becker selbst gab die Millionen ebenso schnell aus wie sie kamen, finanzierte sich ein Leben im Luxus, zahlte Unsummen für seinen Wohnsitz und legte sich einen feinen Fuhrpark zu. Die Scheidung von seiner ersten Frau soll eine zweistellige Millionensumme gekostet haben, etwa ebenso viel der Unterhalt für seine Kinder. Hinzu kommen Millionenzahlungen an den Fiskus und diverse Flops mit Unternehmen.

Fünf Millionen Euro reichen nicht
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