Sportpolitik
Sport büßt wegen Finanzkrise Glaubwürdigkeit ein

Die Weltwirtschaftskrise lässt die Glaubwürdigkeit des Sports sinken. In einer aktuellen sid-Umfrage hielten über 50 Prozent der Befragten die Formel 1 für nicht mehr vertretbar.

"König Fußball" und die Formel 1 verlieren bei den Bundesbürgern vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise an Glaubwürdigkeit. Angesichts der ökonomischen Probleme hielten in einer repräsentativen Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) durch das Dortmunder Meinungsforschungsinstitut promit fast 75 Prozent die Gehälter von Fußball-Profis für unangebracht und sprachen sich für Kürzungen um bis zu 50 Prozent aus. Immerhin mehr als die Hälfte hält wegen der Finanzkrise sogar die komplette Formel-1-WM nicht mehr für vertretbar.

Für 56,4 Prozent von 1 195 befragten Bundesbürgern scheint der Millionen-Aufwand in der Königsklasse des Automobilsports angesichts von Stellenstreichungen, Absatzproblemen und staatlichen Rettungsaktionen bei den Herstellern die längste Zeit vermittelbar gewesen. 39,8 Prozent hingegen sehen in dem Spektakel noch keinen Widerspruch zu den ökonomischen Problemen.

Jeder Vierte fordert eine Gehaltssenkung um 50 Prozent

Für beinahe drei von vier Befragten passen auch die Spielergehälter im Fußball nicht mehr in die Landschaft. Jeder Vierte sprach sich für eine Senkung um 50 Prozent aus, während eine Gehaltskürzung von 20 Prozent für 31,4 Prozent und von einem Zehntel für 18,0 Prozent der Befragten angemessen wäre. 21,6 Prozent halten den Status quo für akzeptabel.

Imageprobleme unabhängig von der globalen Wirtschaftslage verzeichnet in Deutschland der Handball. Gut zwei Jahre nach dem umjubelten Titelgewinn bei der Heim-WM ist das Turnier nur noch 37 Prozent in Erinnerung und kennen gar nur 2,7 Prozent Termin und Ort der nächsten WM im Januar 2009 in Kroatien. Auch nur 36,1 Prozent der Befragten wussten den Namen von Bundestrainer Heiner Brand, während Pascal Hens als noch bekanntester Spieler aus dem Weltmeister-Team gerade einmal von 6,9 Prozent genannt wurde.

Wie wenig sich die Hoffnungen der deutschen Handball-Funktionäre auf einen nachhaltigen Aufschwung oder gar Boom ihrer Sportart erfüllt haben, machen jedoch noch viel mehr andere Zahlen deutlich. 86,1 Prozent hatten zur WM 2009 überhaupt keine Idee, 83,2 Prozent kannten keinen aktuellen Nationalspieler, 63,1 Prozent fiel auf die Frage nach dem Bundestrainer kein Name ein und 58,7 konnten sich nicht an die WM 2007 im eigenen Land erinnern.

Großes Vertrauen in deutsche Handballer

Das Vertrauen im Handball-Mutterland in die Stärke von Brands Mannschaft dagegen ist trotz der Olympia-Enttäuschung groß. Zwei Drittel glauben mindestens an den Einzug ins Halbfinale und noch 22, vier Prozent an die Endspielteilnahme. Nur 7,4 Prozent indes erwarten Deutschlands dritten WM-Triumph.

An Bayern Münchens erfolgreiche Titelverteidigung in der Bundesliga hingegen glauben 47,3 Prozent trotz der Herbstmeisterschaft für Neuling 1 899 Hoffenheim. Auf die Kraichgauer als Meister tippen immerhin schon 26,5 Prozent und damit mehr als doppelt soviele Deutsche wie im Vormonat (12,4 Prozent). Fast drei Viertel der Befragten (73,3 Prozent) erwarten zumindest, dass Hoffenheim in der Rückrunde der stärkste Widersacher von Rekordchampion München bleibt.

Die künftigen Salami-Spieltage in der Bundesliga durch den neuen TV-Vertrag mit jeweils einem Spiel am Samstagabend und Sonntagnachmittag stößt bei den Fans bislang nur auf wenig Widerstand. Nur 21,3 Prozent sind mit den Folgen des Mrd.-Deals nicht zufrieden, während 41,6 Prozent das Ergebnis des Rechtepokers begrüßen.

© SID

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