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Dosb segnet Antidoping-Plan ab

Der Antidoping-Aktionsplan des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) ist von der Mitgliederversammlung in Weimar ohne Gegenstimme abgesegnet worden. Zugleich wurde Dosb-Präsident Thomas Bach gestärkt.

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) hat in Weimar ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung den Antidoping-Aktionsplan des Präsidiums genehmigt und sich damit fast geschlossen hinter Dosb-Präsident Dr. Thomas Bach gestellt.

Das Zehn-Punkte-Programm lehnt die zusätzliche staatliche Bestrafung gedopter Athleten ("Besitzstrafbarkeit") ab, fordert stattdessen höhere Strafen für Hintermänner und die Einrichtung von Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften gegen Doping. Es sieht auch die Verdoppelung des Zuschusses an die Nationale Antidoping-Agentur Nada auf 520 000 Euro im nächsten Jahr vor, um die Zahl der Kontrollen zu erhöhen.

Zuvor war ein Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit 418:25 Stimmen abgelehnt worden, der durch seinen Präsidenten Clemens Prokop die Einführung der Besitzstrafbarkeit gefordert hatte.

Bundesinnenminister fordert "Kampf gegen die Doping-Seuche"

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble unterstrich in Weimar erneut, dass der "Kampf gegen die Doping-Seuche" nicht am Sport vorbei gewonnen werden könne. Der Staat werde den Maßnahmenkatalog gegen kriminelle Netzwerke verschärfen, dürfe den Sport aber nicht aus der Selbstverantwortung entlassen. Schäuble unterstützte damit die Strategie von Bach, der anschließend meinte: "Ich kann jeden Satz nur unterschreiben, das gilt für Analyse wie Folgerungen."

Bach forderte die Politik auf, das "glasklare Votum" des Sports zu akzeptieren und ging mit Kritikern hart ins Gericht, die eine Streichung von Fördermitteln angedroht hatten, wenn man sich nicht ihrer Meinung beuge: "Wir lassen uns nicht erpressen." Die vom Sport geforderte Verschärfung des Arzneimittelgesetzes will Schäuble schon in den nächsten Wochen auf den parlamentarischen Weg bringen.

Grundsätzliche Einigung mit DDR-Doping-Opfern erzielt

Bach und Dosb-Generaldirektor Michael Vesper gaben bekannt, dass eine grundsätzliche Einigung mit den Doping-Opfern des DDR-Sports erzielt worden sei. Nur die Höhe des Betrages sei noch offen, weil das Finanzministerium zustimmen müsse. Dies wird für die kommende Woche erwartet.

Mit der Auszeichnung von Bob-Chefcoach Raimund Bethge zum "Trainer des Jahres 2006" startete der Dosb eine Traineroffensive, die dem Leistungssport durch verschiedene Maßnahmen Auftrieb geben soll. Das neue Konzept erhielt ebenso volle Unterstützung wie die Forderung nach Aufnahme des Sports ins Grundgesetz.

Die schwierige Haushaltslage skizzierte Schatzmeister Hans Peter Krämer. Bis Ende 2007 müssen 3,5 Mill. Euro aus den Reserven entnommen werden, die damit auf 7,5 Mill. Euro sinken, erst 2012 werde man endgültig aus den roten Zahlen sein.

© SID

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