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Gienger unterstützt Bach als Dosb-Vize

In Montreal 1976 holten beide Medaillen, jetzt wird der ehemalige Turn-Weltmeister Eberhard Gienger beim Dosb "Vize" von Fecht-Olympiasieger Thomas Bach. Darauf einigte sich eine fünfköpfige Findungskommission.

Die Führungsfrage im entstehenden Deutschen Olympischen Sportbund (Dosb) ist geklärt. Eine Woche nach der Zusage von Fecht-Olympiasieger und Spitzenfunktionär Thomas Bach ist der ehemalige Turn-Weltmeister Eberhard Gienger zu seinem Stellvertreter bestimmt worden. "Bach und Gienger sind ein wunderbares Gepann für die nächsten Jahre, die ja nicht leicht werden", sagte Fünfkampf-Präsident Klaus Schormann. Leichtathletik-Chef Clemens Prokop nannte den Stuttgarter Gienger "ein glänzendes Aushängeschild mit internationaler Ausstrahlung für den deutschen Sport". In Montreal 1976 hatten sowohl Bach als auch Gienger Medaillen geholt nun sollen sie gemeinsam den deutschen Sport auf den Erfolgsweg nach Peking 2008 führen. Dort gilt es, den seit 2000 anhaltenden Abwärtstrend bei Sommerspielen zu stoppen.

Findungskommission einigt sich auf Gienger

Eine Woche nach der Zusage des Tauberbischofsheimers Bach, an die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) zu treten, hat die fünfköpfige Findungskommission unter DFB-Chef Theo Zwanziger den 54-jährigen Gienger einstimmig als Vizepräsidenten für den Leistungssport vorgeschlagen. Den Bereich Breitensport soll Walter Schneeloch (58) übernehmen, Vorsitzender des größten Landessportbundes (LSB) in Nordrhein-Westfalen. Damit sind für den Dosb-Start am 20. Mai in Frankfurt die beiden wichtigsten Stellvertreter-Positionen besetzt.

"Ich denke, dass die Kommission der Gründungsversammlung ein hervorragendes Angebot gemacht hat´, sagte Bach erfreut: "Beide sind echte Mannschaftsspieler, die den Teamgeist im Präsidium unterstreichen würden." Er stehe hinter den Kandidaturen: "Eberhard Gienger ist die ideale Verkörperung eines Leistungssportlers und bringt hohe Kompetenz mit. Walter Schneeloch ist ein ausgewiesener Kenner des Breitensports und auch bereit, neue Wege zu gehen." Dazu habe er das ganze Gewicht der Landessportbünde hinter sich.

Gienger freut sich auf Zusammenarbeit mit Bach

"Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Thomas Bach, wir kennen und schätzen uns ja schon lange", sagte Gienger, der seit 2002 für die CDU dem Bundestag angehört. Der Sportler des Jahres von 1974 und 1978 gilt als glänzender Kommunikator und dürfte mit dem IOC-Vize ein ideales Gespann bilden.

"Wir werden aber beide in der Dosb-Zentrale nicht omnipräsent sein, sonst hätte ich auch aus Zeitgründen nicht mitmachen können", kündigte der Reck-Weltmeister von 1974 an: "Aber das Konzept von Bach setzt ja auch ausdrücklich auf mehr Verantwortung für die hauptamtlichen Kräfte, wir sind für die Strategie zuständig." Nach den Olympischen Spielen 1980 wechselte Bach in die Sportpolitik. Gienger beendete seine Karriere 1981 mit EM-Silber am Reck, an dem er als Erfinder des "Gienger-Saltos" Sportgeschichte schrieb.

Schwimm-Präsidentin Christa Thiel gescheitert

Er wird sein Amt als Vizepräsident im Turnerbund abgeben, um Interessenkonflikte zu vermeiden, wenn es um die Verteilung der Fördergelder geht. Am Beschluss der Kommission, deshalb in diesem Bereich keinen führenden Verbandsvertreter zu berücksichtigen, war Schwimm-Präsidentin Christa Thiel gescheitert, deren Ambitionen aber auch außerhalb des Gremiums wenig Resonanz fanden.

Schneeloch war Kandidat der Landessportbünde (Lsbs), die für den Breitensport das Vorschlagsrecht haben. Der Bensberger, der den größten LSB mit über fünf Mill. Mitgliedern anführt, kommt aus dem Fußballverband Mittelrhein, dessen stellvertretender Vorsitzender er seit 1991 ist. "Ich glaube, wir werden ein gutes Team sein", sagte er: "Ich werde weiter für das Bollwerk Breitensport kämpfen, aber ich habe keine Zweifel, dass Bach und Gienger das ebenso sehen."

Die Gründung des neuen Dachverbandes findet am 20. Mai in der Frankfurter Paulskirche statt. Gesucht werden noch die drei Vizepräsidenten für Finanzen, Bildung und Frauen. Seine Vorschläge dazu sowie für die Ausschüsse will das Findungsgremium geschlossen am 19. April nach der nächsten Sitzung unterbreiten. Dem Gremium gehören neben Zwanziger, Prokop und Klaus Schormann (Moderner Fünfkampf) noch Wolfgang Rittmann (Billard) sowie LSB-Sprecher Ekkehard Wienholtz (Schleswig-Holstein) an.

© SID

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