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Steinbach schlägt Bach als Dosb-Präsidenten vor

Thomas Bach soll am 20. Mai zum ersten Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) gekürt werden. NOK-Präsident Klaus Steinbach verzichtete auf eine Kandidatur und schlug gleichzeitig Bach vor.

Im neugegründeten Deutschen Olympischen Sportbund (Dsob) steht kein Kompetenzgerangel an der Tagesordnung. Der Tauberbischofsheimer Thomas Bach soll am 20. Mai der erste Präsident des Dosb werden. NOK-Präsident Klaus Steinbach verzichtete am Dienstag vor dem Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees auf eine Kandidatur und schlug Bach für das Spitzenamt der neuen Dachorganisation vor. Steinbach, der das NOK seit 2002 anführt, will sich auch nicht um eine Position als Dosb-Vize bewerben.

Bach sieht sich noch nicht als Kandidat

Noch allerdings sieht sich der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt nicht als Kandidat. "Natürlich nimmt mich diese Empfehlung des NOK-Präsidenten und Freundes ganz besonders in die Pflicht", sagte Bach, der am Montag von Steinbach ("Er war überrascht") über dessen Rückzug informiert worden war: "Aber allein die Findungskommission ist die Herrin des Verfahrens, ihre Autorität ist zu respektieren." Ebenso selbstverständlich stehe er "für Sondierungsgespräche" zur Verfügung.

Das gemeinsam von NOK und DSB eingesetzte Gremium hatte auch am Dienstag unter Leitung von Theo Zwanziger, dem Geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), erstmals getagt. Der Fünfer-Kreis wird sich wahrscheinlich Anfang nächster Woche mit dem Mannschafts-Olympiasieger von 1976 treffen. Dabei dürfte es schon um die Besetzung der Vize-Positionen im Dosb hinter Bach gehen, besonders für den Bereich Leistungssport.

Steinbach erklärt Verzicht

Steinbach erklärte auch dafür seinen Verzicht. "Meine Tätigkeit als Ärztlicher Direktor der Hochwaldkliniken Weiskirchen verlangt vor dem Hintergrund der derzeitigen gesundheitspolitischen Situation ungeteilten Einsatz und volle Konzentration", sagte der 52-Jährige, der 2002 in einer Kampfabstimmung Walther Tröger als NOK-Präsident abgelöst hatte. DSB-Chef Manfred von Richthofen sprach von "einem sehr honorigen Abgang".

Diese Entscheidung sei zu respektieren, meinte auch Bach: "Ich hoffe aber, dass Klaus Steinbach auch künftig dem deutschen Sport in herausgehobener Position zur Verfügung steht und werde mich dafür einsetzen." Denkbar wäre zum Beispiel der Vorsitz der Stiftung Deutscher Sporthilfe, den Hans Wilhelm Gäb Ende des Jahres abgeben will.

Bach war erst vor einem Monat bei den Winterspielen von Turin zum zweiten Mal mit großer Mehrheit zum Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt worden, dem er seit 1991 als Daume-Nachfolger angehört und dessen Juristischer Kommission er vorsteht.

Die Vereinigung von NOK und DSB zum neuen Dachverband war am 10. Dezember in Köln von beiden Organisationen beschlossen worden. Die Dosb-Gründung ist auf den 20. Mai in der Frankfurter Paulskirche angesetzt. Der Rahmen zur Amtseinführung ist dem Ereignis angemessen. IOC-Präsident Jacques Rogge wird als Gast an der Dosb-Gründung in der Paulskirche teilnehmen, wie Steinbach gleichzeitig mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die Festrede halten.

© SID

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