Sportpolitik Sportpolitik
Zwanziger will Bach als IOC-Präsident

Dosb-Chef Thomas Bach gäbe als Präsident des IOC ein wunderbares Bild ab. Das glaubt zumindest DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich zudem vom Nike-Angebot an seinen Verband "moralisch unter Druck gesetzt" fühlt.

DFB-Präsident Theo Zwanziger könnte sich Thomas Bach als Boss des Internationalen Olympischen Komitees sehr gut vorstellen. "Ein IOC-Präsident Bach wäre für Deutschland ein erstrebenswertes Ziel. Wenn ich es entscheiden dürfte, wäre er morgen IOC-Präsident. Von der Qualität erfüllt er alle Voraussetzungen", sagte Zwanziger im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagausgabe) über den aktuellen Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb).

Der promovierte Jurist Zwanziger unterstrich, dass Bach für das bessere Verhältnis zwischen den beiden wichtigsten Sportorganisationen mitverantwortlich sei. "Früher herrschte Abgrenzung, jetzt gibt es wechselseitige Unterstützung", äußerte Zwanziger über die Zusammenarbeit zwischen DFB und Dosb: "Ich pflege ein freundschaftliches Verhältnis mit Thomas Bach. Er ist der Beste, den wir kriegen konnten für den Sport."

In der Frage der Besitzstrafbarkeit für Sportler in einem möglichen Dopinggesetz geht Zwanziger jedoch auf Distanz zu Bach. "Der Sport hat nicht die Machtmittel, um wie staatliche Organe zur Aufklärung zu kommen. Der Sport kann zwar Zeugen vernehmen, aber keinen Eid abnehmen. Auch Durchsuchungen und Beschlagnahmungen sind nicht möglich. Insoweit muss der Staat dem Sport helfen, wenn dieser es alleine mit seinen Mitteln nicht schaffen kann", sagte Zwanziger.

Kopfzerbrechen über Nike-Angebot

Nach Meinung des DFB-Präsidenten "wären wir ohne die Staatsanwaltschaft in Berlin mit dem Fall Hoyzer (Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer, d.Red.) nicht fertig geworden - und er hätte womöglich auch kein Geständnis abgelegt". Deswegen habe er Hoyzer auch so kriminalisiert: "Wenn er nicht Betrüger ist, kriegen wir ihn nicht. So ähnlich sehe ich die Sache auch im Dopingbereich."

Zwanziger fühlt sich unterdessen durch das Angebot des amerikanischen Sportartikelherstellers Nike, mit 50 Mill. Euro pro Jahr den deutschen Konkurrenten adidas als Ausrüster der deutschen Nationalmannschaft abzulösen, "moralisch unter Druck" gesetzt. Der DFB-Präsident kündigte an, die Details des Nike-Angebots zu prüfen. "Cash ist das eine. Aber eine Partnerschaft mit einem Ausrichter muss auch gelebt werden. Da steckt mehr dahinter. Wenn wir das mit Nike geklärt haben, wird es ein weiteres Gespräch mit adidas auf der Führungsebene geben. Wir gehen Schritt für Schritt vor. Wir sind ergebnisoffen", äußerte Zwanziger.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%