Sportpolitik
Steinbach: "Bach ist die absolut geeignete Person"

NOK-Chef Klaus Steinbach hat seinen Verzicht auf das Präsidentenamt des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) erklärt. Im Interview erläutert der 52-Jährige die Gründe für diese Entscheidung.

Lange Zeit wurde der Chef des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Klaus Steinbach, als Kandidat auf das Amt des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb) gehandelt. Doch nun erklärte der 52-Jährige, den Posten nicht übernehmen zu wollen. Über die Gründe seiner Entscheidung spricht Steinbach im Interview.

Frage: "Herr Steinbach, was hat Sie dazu veranlasst, auf eine Kandidatur für das Amt des Präsidenten des Dosb zu verzichten?"

Klaus Steinbach: "Ich stehe aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung. Meine Tätigkeit als Ärztlicher Direktor der Hochwaldkliniken Weiskirchen verlangt vor dem Hintergrund der derzeitigen gesundheitspolitischen Situation ungeteilten Einsatz und volle Konzentration. Nur die Unterstützung meiner Mitarbeiter an der Klinik und deren zusätzliche Arbeitsbereitschaft haben in den vergangenen dreieinhalb Jahren meine Arbeit überhaupt erst möglich gemacht."

Frage: "Wann haben Sie die Entscheidung gefällt?"

Steinbach: "In den letzten Tagen. Nach den Olympischen Spielen in Turin ging es für mich beruflich wieder voll weiter. Ich habe den Zeitpunkt gewählt, um der Findungskommission die Arbeit zu erleichtern."

Frage: "Sie haben Thomas Bach als möglichen Dosb-Präsidenten vorgeschlagen. Warum?"

Steinbach: "Thomas Bach ist die absolut geeignete Person für den Posten. Das habe ich dem Präsidium am Dienstag so mitgeteilt. Ich habe am Montagabend und auch schon am Rande der Olympischen Spiele in Turin lange mit Thomas Bach gesprochen."

Frage: "Wird Thomas Bach Ihrer Meinung nach kandidieren?"

Steinbach: "Ich habe nie ein Signal von ihm gehört, dass er es nicht angehen möchte."

Frage: "Wie hat er auf ihren Verzicht reagiert?"

Steinbach: "Er war zwar erst überrascht, aber er konnte meine Gründe nachvollziehen. Er hatte sich schnell darauf eingestellt."

Frage: "Werden Sie in Zukunft andere sportpolitische Ämter übernehmen?"

Steinbach: "Ich möchte mir Zeit nehmen mit der Entscheidung. Mir geht es jetzt erst einmal darum, in meiner Funktion als NOK-Präsident die letzten Schritte zur Gründung des Dosb mit Energie voranzutreiben. Alles andere hat Zeit."

Frage: "Was bleibt nach rund dreieinhalb Jahren als NOK-Präsident?"

Steinbach: "Ich denke, wir haben das NOK in eine sehr gute wirtschaftliche Position gestellt. Wir haben den Weg für die Zukunft des deutschen Sports über den Dosb entscheidend geebnet und argumentativ stark begleitet. Was ich vorangeschoben habe, den Weg zur Fusion, halte ich für eine zukunftsweisende Entscheidung. Ich habe dabei viel Energie investiert und Überzeugungsarbeit leisten müssen. Es ist schön, wenn ich dadurch den Prozess zur Fusion erleichtert habe."

Frage: "Ist das Amt eines Präsidenten in solch einer Organisation überhaupt noch ehrenamtlich zu bewältigen?"

Steinbach: "Ich halte es für eine große Herausforderung, vom Dosb-Präsidium volle Ehrenamtlichkeit zu erwarten."

Frage: "Wie sieht der Zeitplan in punkto Vermarktung des Dosb aus?"

Steinbach: "Ich bin zuversichtlich, dass wir bei unserer Sitzung am 23. März eine endgültige tragfähige Lösung zur Vermarktung der neuen Organisation finden."

© SID

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