sonstige Sportarten
Sportverbände sehen Fußball-WM gelassen entgegen

Für die WM 2006 in Deutschland erwarten die Klubs des übrigen Profisports eine Konzentration des Sponsoreninteresses auf den Fußball. "Das ist alles kein Problem", sagte der Pressesprecher des DHB, Charly Hühnergarth.

Die Fußball-WM im kommenden Jahr in Deutschland wird für einen wirtschaftlichen Schub für den Volkssport Nummer eins sorgen. Die übrigen Verbände und Sportarten werfen den Fußballern dagegen neidische Blicke hinterher.

"Spätestens im Frühjahr 2006 wird eine unglaubliche Werbewelle im Fußball anlaufen. Selbst die kleinsten Unternehmen werden sich trotz gekürzter Budgets im Fußball engagieren", prophezeit Sprecher Mathias Hundhausen vom Forschungsinstitut "Sport+Markt".

"Viele Sponsorengelder sind für den Fußball geblockt"

Bei dieser Vormachtstellung des Fußballs hat es selbst der deutsche Basketball-Meister GHP Bamberg schwer, sich auf dem Sportmarkt zu positionieren: "Wir spüren die Auswirkungen der WM ganz deutlich. Viele Sponsorengelder sind für den Fußball geblockt", stellt Vizepräsidentin Sabine Günther fest: "Es ist faszinierend, wie leicht Mill. für die WM ausgegeben werden, und wie schwierig es für uns ist, an 50 000 Euro zu kommen."

Die Problematik trifft die Klubs des übrigen Profisports am Nerv. 50 000 Euro sind in der Fußball-Bundesliga "peanuts", während im Basketball sowie Handball oder Eishockey eine derartige Summe schon über Sein oder Nichtsein eines Klubs entscheiden kann.

"Das ist alles kein Problem"

Die Verbände der Mannschaftssportarten geben sich indes gelassen. "Das ist alles kein Problem. Der Sponsorenkuchen für die WM ist doch längst aufgeteilt", sagt Pressesprecher Charly Hühnergarth vom Deutschen Handball-Bund (DHB). Auch Andreas Ulrich von der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) sieht zwar "die kommende Saison ganz im Zeichen des Fußballs". Doch spürbare Einschnitte für das Eishockey fürchtet Ulrich nicht. "Die Etats der Vereine zeigen sowohl bei der Zuschauerkalkulation als auch bei den Sponsorengeldern keine Tendenz nach unten."

Der Deutsche Basketball-Bund (DBB) verfolgt bereits Überlegungen, die Zeit nach der WM für sich zu nutzen: "Im Sommer werden rein theoretisch Sponsorengelder frei, die wir für uns gewinnen wollen", sagt DBB-Pressesprecher Christoph Büker. Allein steht der DBB mit seiner Idee allerdings nicht, auch das Eishockey will auf den Zug aufspringen: "Wir werden nach der WM sicherlich wieder verstärkt neue Sponsoren akquirieren können", sagt DEL-Sprecher Ulrich.

Der deutsche Eishockey-Meister Eisbären Berlin hat für die "Zeit danach" sogar schon fertige Marketing-Strategien in der Schublade. "Sonst wären wir die falschen Leute in unserer Position", sagt Marketing-Chef Billy Flynn. Nur eines schließt Flynn definitiv aus: eine Sponsoren-Kooperation mit den Fußballern von Bundesligist Hertha BSC Berlin. "Das wäre so, als wenn wir Brüder uns eine Freundin teilen würden", sagt Flynn.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%