Sprint-Oldie
"Denkmal" Zabel feiert zwölften Tour-Geburtstag

Bereits zum zwölften Mal hat Erik Zabel seinen Geburtstag bei der Tour de France gefeiert. Nach dem alljährlichen Ritual, den Küsschen von Ehefrau Cordula und Sohn Rik, hofft der nun 36-Jährige auf einen Etappensieg.

Das Ritual ist altbekannt: Die Geburtstags-Küsschen von Ehefrau Cordula und Sohn Rik bekam Erik Zabel am Mannschaftsbus auf dem Weg zum Etappenstart. Zum zwölften Mal seit 1994 musste der Radstar aus Unna seinen Ehrentag statt gemütlich zu Hause größtenteils im Rennsattel bei der Tour de France verbringen. Doch der seit Freitag 36-Jährige nahm´s gelassen: "Man gewöhnt sich mit der Zeit daran."

Immerhin gab es am Morgen im Mannschaftshotel von den Kollegen ein Ständchen und vom Team eine Apfeltorte für das Geburtstagskind. Doch dann galt die volle Konzentration der sechsten Etappe von Lisieux nach Vitre, um alles für ein möglichst gutes Resultat des Teamkapitäns zu tun. Denn auch als "Grand Seigneur" der Sprinter fühlt sich Zabel keineswegs alt - und noch immer schnell genug für einen Sieg im Massenspurt.

"Weiterer Erfolg wäre schön"

"Ein weiterer Erfolg wäre schon schön", sagte der gebürtige Berliner, mit zwölf Tour-Tagessiegen deutscher Rekordler. Doch auf den 13. Erfolg wartet er seit dem 12. Juli 2002 in Alencon, wo das Peloton am Freitag wieder einmal in der Nähe vorbeikam.

Sein letztes von sechs Grünen Trikots errang Zabel 2001. Die Hoffnung auf den siebten Sieg erhielt allerdings in der ersten Woche bereits einen herben Dämpfer. Vor allem, weil ihn am Mittwoch eine Reifenpanne kurz vor dem Ziel aus den Punkterängen warf. "Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass der Rückstand kaum aufzuholen ist", so der Weltcupsieger und Vizeweltmeister von 2004.

Zug für das Etappenfinale hat sich noch nicht gefunden

Zumal die Sprint-Vorbereitung des Milram-Teams für ihren schnellsten Mann noch nicht perfekt funktioniert. "Unser Zug fürs Etappenfinale hat sich noch nicht gefunden, aber das geht anderen Teams genauso", sagt Youngster Björn Schöder, der mit Zabel während der Tour ein Zimmer teilt. "Zu chaotisch" ginge es auf den letzten Kilometern bislang zu, was auch Zabels höchst unterschiedliche Resultate erklären könnte: "Ich musste meist mehrfach von einem Hinterrad ans nächste wechseln", sagt "Ete", der nach einem starken dritten Rang zum Auftakt zwei mäßige neunte Plätze belegte.

Die Mannschaft glaubt jedenfalls weiter an ihren Top-Fahrer. "Erik hat schon gezeigt, dass er mithalten kann - und er hat viel Erfahrung", meint Schöder. Und so hat der 25-Jährige zwei Wünsche für seine erste Tour: "In Paris ankommen und Ete doch noch zu einem Etappensieg verhelfen."

Die meisten im Peloton würden es ihm gönnen. "Erik ist ein ganz Großer, alle bewundern ihn", sagt Jens Voigt. "Er hätte schon längst ein Denkmal verdient."

© SID

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