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Sprinter beeindrucken bei US-Trials

Am Schlusstag der US-Trials stellten Kerron Clemont (400m Hürden), Allyson Felix (200m) und Michelle Perry (100m Hürden) drei Jahres-Weltbestmarken auf. Justin Gatlin gelang gar das Duoble über 100 und 200m.

Ganz nach dem Motto "The show must go on" haben die US-amerikanischen Leichtathleten nach dem unrühmlich Abgang von Marion Jones und Tim Montgomery am Wochenende bei den WM-Ausscheidungen ihre neuen Helden gefeiert. In Carson bei Los Angeles stachen am Schlusstag jeweils mit Jahres-Weltbestmarken Kerron Clemont (21) in 47,24 Sekunden über 400m Hürden, Allyson Felix (19) in 22,13 über 200m und Michelle Perry (25) in 12,43 Sekunden über 100m Hürden heraus. 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin schaffte durch seine 20,04 über 200m das erste Sprint-Double der US-Trials in 20 Jahren.

Gut 15 Goldchancen in Helsinki

Sechs Wochen vor den Weltmeisterschaften in Helsinki produzierten Amerikas Leichtathleten bei ihren Titelkämpfen in sieben Einzel-Disziplinen Jahres-Weltbestmarken. Ein Jahr nach ihren nur acht olympischen Goldmedaillen von Athen zählen sie in einem Drittel der 46 WM-Wettbewerbe zum engsten Favoritenkreis. Bei Männern und Frauen auf jeweils sieben Sprint-Distanzen (100, 200, 400, 4x100, 4x400, 100/110 Hürden, 400m Hürden), außerdem bei den Männern im Kugelstoßen und Zehnkampf durch 9 000-Punkte-Hoffnung Bryan Clay sowie bei den Frauen durch Erin Gilreath (73,87m), neue Weltranglisten-Erste im Hammerwurf.

Kerron Clemont, der im Winter den 400-m-Hallenweltrekord des großen Michael Johnson gebrochen hatte, lief die 400m Hürden mit seinen 47,24 nun schon schneller als Olympiasieger Felix Sanchez (Dominikanische Republik), der diese Strecke seit Jahren beherrscht. Der in Trinidad geborene 19-Jährige gilt als Anwärter auf den Fabel-Weltrekord von Kevin Young (46,89).

Allyson Felix will unter 22 Sekunden bleiben

Justin Gatlin, der zuvor die 100m in 10,08 gewonnen hatte, meinte nach seinen 20,04 bei Gegenwind: "Ich will das Double auch in Helsinki schaffen" und ergänzte mit Blick auf Tyson Gay (20,06) und Olympiasieger Shawn Crawford (20,12): "Wir Amerikaner werden über 200m alle drei WM-Medaillen gewinnen." Die Olympiazweite Allyson Felix profitierte auf dem Weg zu ihrer bisher besten 200-m-Zeit (22,13) von ihrem 400-m-Training und meinte: "Bisher habe ich kaum Schnelligkeitstraining absolviert. Bei der WM will ich unter 22 laufen."

Die vom Siebenkampf zum Hürdensprint gewechselte Michelle Perry gewann das Finale zwar nur in 12,66 vor Olympiasiegerin Joanna Hayes, ihrer Trainingspartnerin, doch im Halbfinale hatte sie in 12,43 die Jahres-Weltbestzeit markiert.

Kugelstoßer Cantwell überrascht

Für einen weiteren Höhepunkte sorgte am Schlusstag Kugelstoßer Christian Cantwell beim Überraschungssieg mit 21,64m gegen den Olympiazweiten Adam Nelson (21,52) und den dreimaligen Weltmeister John Godina (20,99). Jahres-Weltbestmarken hatten an den beiden Vortagen über 400m Olympiasieger Jeremy Wariner (44,20 Sekunden) und Sanya Richards (49,28), Hammerwerferin Erin Gilreath (73,87m) sowie der viermalige 110-m-Hürden-Weltmeister Allen Johnson (12,99) erzielt.

Zu den großen Verlierern der Trials zählen neben Marion Jones und Tim Montgomery, der im Juli eine lebenslange Sperre wegen seiner Verstrickung in das Dopingprogramm des Balco-Labors befürchten muss, Sydney-Olympiasieger Maurice Greene, der sich nach dem verletzungsbedingten Scheitern im 100-m-Finale wohl vergeblich für die 4x100-m-Staffel anbot, und der nur auf Rang sieben gelandete Stabhochsprung-Olympiasieger Tim Mack.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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