Sprinter Usain Bolt, Puma-Chef Gulden: „Niederlagen öffnen Augen“

Sprintstar Usain Bolt, Puma-Chef Björn Gulden
„Niederlagen öffnen einem die Augen“

Supersprinter Usain Bolt hat neun olympischen Goldmedaillen gewonnen. Doch er hat auch gelernt: Erst Flops machen einen Athleten stark, das Business ist hart. Der Chef seines wichtigsten Sponsors Puma sieht ihn als bestes Investment jemals.
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Treffen sich ein Norweger und ein Jamaikaner in Herzogenaurach – klingt wie ein Witz, aber so ist das eben, wenn Sprint-Gott Usain Bolt in der fränkischen Provinz Puma-Chef Björn Gulden besucht. Exklusiv haben die beiden mit dem Handelsblatt Magazin über die ganz großen Fragen gesprochen: von Olympia-Erfolgen bis zur verlorenen Unschuld des Sports.

Immerhin war es das Jahr des jamaikanischen Ausnahme-Athleten– und damit auch das seines Sportpartners Puma: Schier unglaubliche drei Goldmedaillen hat der 30-Jährige bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewonnen. Zugleich sein dritter Hattrick nach den vorangegangenen Erfolgen in Peking und London. Das sorgt für Selbstvertrauen. Bolt lachend: „Nach dem erneuten Gewinn über 100 und 200 Meter dieses Jahr in Rio … ich meine, wenn man wirklich etwas erreicht hat, dann ist es doch keine Angeberei, einfach mal die Fakten zu benennen, oder? Wenn mich jetzt jemand fragt: ‚Wer bist du?‘, dann habe ich keine Probleme zu antworten: ‚Ich bin eine Legende.‘“

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  • Dennoch gab der Sprint-Star im Gespräch zu, dass erst Flops einen Athleten stark machen. Bolt erinnert sich an das 200-Meter-Finale bei der Weltmeisterschaft 2007 in Osaka. „Ich verlor damals gegen Tyson Gay. Dabei hatte ich das Gefühl, ich könnte den Lauf gewinnen. Als ich dann nur Zweiter wurde, sagte mir mein Trainer: ‚Gefühl hin oder her, du bist einfach nicht oft genug im Gym gewesen.‘ Seitdem habe ich immer so hart an mir gearbeitet, dass ich mein Potenzial auch wirklich nutzen konnte. Niederlagen öffnen einem die Augen.“ Gulden weist auch auf die harte Zeit der Vorbereitung hin, die zu den entscheidenden Sprint-Sekunden erst führen: „Es ist nicht alles so locker und lustig in der Leichtathletik, wie es vielleicht aussieht.“

    Rio jedenfalls hat Bolt nicht nur wegen seiner eigenen Triumphe in guter Erinnerung: „Das Beste war: Ich habe keinen einzigen dieser Moskitos gesehen. Das ganze Gerede über das Zika-Virus im Vorfeld der Spiele fand ich dann doch sehr übertrieben. Wir haben Zika in Jamaika, da hätte ich mich viel leichter infizieren können.“

    Zukunft offen

    Obwohl man mit Bolt auch nicht mehr Sportartikel verkaufe, sei er doch die „wichtigste verbliebene Verbindung“ für Puma in die Welt des Hochleistungssports gewesen, sagt Björn Gulden, Chef des Konzerns und einst selbst Profi-Fußballer: „Unter Image-Gesichtspunkten ist Usain das beste Investment, das wir jemals gemacht haben. In den letzten Jahren war Puma zu weit in Richtung Freizeitmode abgedriftet. Unsere Wurzeln als Sportunternehmen drohten verloren zu gehen“, so Gulden. „Deshalb habe ich auch sofort den Vertrag mit Usain erneuert, als ich hier in Herzogenaurach Vorstandschef wurde“ – wenngleich er seinem Star einen Fehler bescheinigt: „Usain ist kein Basketballspieler geworden. Da hätte er noch weit mehr verdienen können als der Ausnahme-Athlet, der er ist.“

    Wie es nach Olympia mit der Partnerschaft weitergehen soll, ist noch ungewiss: „Er soll laufen, wenn er es möchte – und nicht laufen, wenn er es nicht will“, so Gulden. „Wir von Puma versuchen noch nicht einmal, ihn da zu beraten. Das muss alles von ihm selbst ausgehen.“ Und sein Star flankiert, ihm sei es nie um seinen diesjährigen 30. Geburtstag als „magische Grenze“ gegangen. „Eher um die Ziele, die ich erreichen will. Nach den Olympischen Spielen habe ich mich entschlossen, noch eine Saison dranzuhängen. Danach werde ich weitersehen. Beweisen muss ich mir jedenfalls nichts mehr.“

    Aber vielleicht dem Rest der Welt? Immerhin steht mittlerweile bei fast allen Sportarten und Ausnahme-Athleten die Frage im Raum: War Doping im Spiel? „Das kümmert mich überhaupt nicht“, sagt Bolt dem Handelsblatt Magazin. „Ich werde regelmäßig getestet. Ich bin sauber, das weiß ich, und das ist das Einzige, was für mich zählt.“ Puma-Chef Gulden versichert: „Der Sport ist 2016 wirklich viel sauberer als vor zehn, 20, 30 Jahren. Damals war Compliance noch kein Thema … selbst der Begriff war ja noch gar nicht geprägt. Da hat sich sehr viel verändert … im Geschäft, aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung.“

    Gulden findet, es habe sich viel gebessert, „nicht zuletzt dank des Drucks, den ihr Journalisten aufgebaut habt“, sagte er dem Handelsblatt Magazin. „Es kommt zwar immer noch mal was hoch, aber das meiste davon liegt doch schon weiter zurück.“ Der Norweger sieht sich auch selbst in der Pflicht: „Wir müssen regelmäßig mit unseren Athleten sprechen. All unsere Verträge haben ja mittlerweile klare Klauseln, die jegliche Zusammenarbeit beenden, wenn zum Beispiel Doping nachgewiesen wird. Vor 15 Jahren hätte ich als Manager nach manchen Dingen gar nicht zu fragen gewagt.“

    Warum der Athlet Usain Bolt nach Wettkämpfen oft seine Schuhe verschenkt, was der Top-Manager Gulden als die größte Niederlage seines Lebens empfindet und wer von beiden mehr verdient – am Freitag im neuen Handelsblatt Magazin oder mit Digitalpass hier lesen.

    Thomas Tuma ist stellvertretender Chefredakteur des Handelsblatts.
    Thomas Tuma
    Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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