Staatsanwalt: „Verspricht nichts Gutes“: Verwirrung um Dopingproben

Staatsanwalt: „Verspricht nichts Gutes“
Verwirrung um Dopingproben

Das österreichische Olympia-Team in Turin steht durch einen internen Machtkampf und die fortschreitenden Ermittlungen der staatlichen Anti-Doping-Fahnder in Italien vor einer Zerreißprobe. An den Nerven zerrt zudem das Warten auf die Ergebnisse der Doping-Proben von zehn Biathleten und Langläufern, die parallel zur Doping-Razzia veranlasst worden waren.

HB TURIN. "Da ist absolut nichts dran, das sind nur Gerüchte", erklärte Emmanuelle Moreau, Sprecherin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Freitag. Damit reagierte sie auf eine ZDF-Meldung, alle Tests seien negativ ausgefallen.

Für IOC-Vizepräsident Thomas Bach sind die Kontroll-Resultate in diesem Olympia-Skandal nicht von entscheidender Bedeutung. "Die Tests sind nur ein Teil des Ganzen", betonte er noch einmal. Der Beschluss zur Einberufung einer Disziplinarkommission zur Untersuchung der Affäre sei im IOC bereits gefasst. Sie wird die Erkenntnisse der italienischen Behörden bei einer Sanktionierung mit in die Bewertung einbeziehen. "Wir haben den Bericht aber noch nicht", so Bach, der zu den IOC-Aufklärern des Falles gehören dürfte. Mit Entscheidungen über Strafen sei kaum bis zum Schlusstag der Turin-Spiele zu rechnen.

Weiter erhärtet wurde der Doping-Verdacht gegen österreichische Athleten und Trainer durch den italienischen Staatsanwalt Ciro Santoriello. In einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe" sprach er von einem "seltsamen Verhalten" von Sportlern bei der Razzia in Quartieren der Österreicher am vergangenen Samstag, nach der die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie der Trainer Emil Hoch aus Italien geflohen waren.

Merkwürdig sei, dass "95 Prozent der Langläufer Asthmatiker sind und in großen Mengen Salbutamol zu sich nehmen", berichtete Santoriello. Ebenso sonderbar sei gewesen, dass Athleten sofort zur Wasserflasche gegriffen hätten, als die Polizei ihr Zimmer betrat. "Sie haben in einem Zug ein bis eineinhalb Liter ausgetrunken", sagte er und fügte an: "Dieses Verhalten zeugt von keiner großen Gelassenheit und verspricht nichts Gutes." Santoriello erwartet, dass das Verfahren gegen die beschuldigten Personen in "vier bis fünf Monaten" beginnen könne.

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