Staatsanwaltschaft und Sportgericht des DFB stellen Verfahren ein
Wettskandal: Schiedsrichter Jansen darf wieder pfeifen

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat am Freitag die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen DFB-Schiedsrichter Jürgen Jansen bekannt ggegeben. Nach dieser Information stellte auch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seine Ermittlungen gegen den Essener Referee ein. Damit ist für Jansen der Wettskandal im deutschen Fußball ausgestanden und der Weg für ein Comeback geebnet.

HB BERLIN/HAMBURG. „Mit der Entwicklung in dieser Angelegenheit steht definitiv fest, dass die Bundesliga nicht in den Wett- und Manipulationsskandal verwickelt war“, sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger auf einer Pressekonferenz in Passau. Er sei „froh für den Menschen Jürgen Jansen, denn es ist nie schön, als Beschuldigter in der Öffentlichkeit mit Fragen und Vorwürfen konfrontiert zu werden“.

Wann Jansen, der stets seine Unschuld beteuert hatte, in die Bundesliga zurückkehren wird, ist ungewiss. Der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, Volker Roth, hatte angekündigt, dass sich der Unparteiische über die Regionalliga und die 2. Liga wieder hocharbeiten müsse wie alle Schiedsrichter, die eine Weile nicht mehr gepfiffen haben.

Darüber hinaus stellte Zwanziger Entschädigungszahlungen für die rund halbjährige Zwangspause Jansens ins Aussicht. „Es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf Schadenersatz, aber es wird ein Gespräch geben, wo man über die Vergangenheit spricht und auch über materielle Gesichtspunkte“, betonte Zwanziger.

Grundstein für das DFB-Votum am Freitag waren die Ergebnisse der Berliner Staatsanwaltschaft. „Nach Auswertung der Beweismittel kann nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit geklärt werden, ob die Manipulationsabrede des Ante S. über den Mitbeschuldigten Wieland Z. an Jürgen Jansen weitergeleitet worden ist oder nicht“, hieß es in der Mitteilung.

Jansen war im Zuge des Wettskandals um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer in den Verdacht geraten, die Zweitliga-Partie Dynamo Dresden - SpVgg. Unterhaching am 21. November 2004 und das Bundesliga-Spiel 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg am 27. November 2004 manipuliert zu haben. Anfang des Monats war Jansen von Wieland Ziller entlastet worden. Der Dresdner Schiedsrichter-Betreuer sagte aus, die vom angeklagten Kroaten Ante S. für Jansen vorgesehenen 25 000 Euro Bestechungsgelder nicht an den Unparteiischen weitergegeben, sondern das Geld stillschweigend für sich behalten zu haben. Jansen habe nichts von dem Anwerbeversuch gewusst.

„Die Entwicklung hat uns nicht unvorbereitet getroffen. Ich habe Herrn Jansen zuletzt am 7. Juni und 3. Juli dieses Jahres vernommen. Herr Ziller wurde am 13. Juni von Herrn Hilpert und mir vernommen. Seitdem haben wir einen fundierten Überblick über den aktuellen Sachstand“, sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Rainer Koch: „Mit unserer definitiven Entscheidung wollten wir jedoch erst abwarten, bis auch die Staatsanwaltschaft in Berlin das Verfahren gegen Herrn Jansen eingestellt hat.“

Nicht eingestellt ist das Verfahren gegen Dominik Marks. Der Berliner Referee hat sich aber durch Vereinsaustritt der Sportgerichtsbarkeit des DFB entzogen, teilte der Verband erstmals mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%