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Stark verjüngte Hockey-Herren wollen EM-Titel

Mit neun U23-Spielern und nur noch neun Athen-Teilnehmern wollen die deutschen Hockey-Herren ab heute bei der EM in Leipzig den fünften Titel in Folge holen. Auftaktgegner ist um 15.30 Uhr Schottland.

Das Nahziel EM-Gold verfolgt eine stark verjüngte deutsche Hockey-Nationalmannschaft ab heute in Leipzig. Mit neun U23-Spielern soll bei der Generalprobe für die Heim-WM in einem Jahr nach Olympia-Bronze der fünfte Titel in Folge eingefahren werden. Wie 2006 in Mönchengladbach wird auch Psychologe Hans-Dieter Hermann dem Favoriten helfen - er ist auch bei Jürgen Klinsmann für die geistische Frische des Fußball-Nationalteams zuständig.

Halbfinale als Mindestziel

"Ich spreche sehr oft mit Jürgen, vor allem über die Entwicklung der jungen Spieler. Meine Youngster haben mich nie enttäuscht", sagt Bundestrainer Bernhard Peters. Deshalb gibt er für sein Team mit fünf Spielern, die erstmals bei einer großen Meisterschaft dabei sind, auch das EM-Mindestziel Halbfinale aus: "Dann werden wir sehen, ob mit Hilfe der Fans auch mehr geht. Natürlich haben wir Druck, aber das interessiert mich nicht."

Intern wird nach dem Silbergewinn der Damen mit EM-Gold geliebäugelt, aber den Höhepunkt soll das junge Team ganz nach dem Vorbild der deutschen Fußballer bei der Heim-WM 2006 erreichen. Nur noch neun Athen-Fahrer sind an Bord, aber immerhin kehren in dem von einem Mittelfußbruch genesenen Kapitän Timo Weß und Björn Emmerling zwei Führungsspieler zurück.

Niederlande und Spanien als härteste Konkurrenten

Der deutsche Hockeyspieler des Jahres 2004 verschiebt wegen der EM extra die Abgabe seiner Magisterarbeit und wird beim Auftaktspiel gegen Schottland (Sonntag/15.30 Uhr) ebenso dabei sein wie der von einer Adduktorenverletzung genesene Torjäger Florian Keller.

Als schwierigsten Gegner der Vorrunde auf dem neuen Kunstrasen stuft Peters Belgien und nicht England ein. Die Konkurrenten um den Titel bei der EM im neuen Gewand - das Championat findet erstmals im Zwei- statt Vierjahresrhythmus und mit acht Teams (vorher zwölf) statt - sind für den Bundestrainer die Niederlande und Spanien. Gegen beide Teams kassierte ein deutsches B-Team in der Vorwoche in Amstelveen hohe Niederlagen. Trotzdem bleibt Kapitän Weß optimistisch: "Wir haben im August in Bestbesetzung zweimal gegen Olympiasieger Australien gewonnen, das hat uns genug Selbstvertrauen gegeben."

Die letzten Tage vor der EM erteilte Peters seinen Jungs ein Hockey-Verbot, damit sie hungrig in die mit einem Etat von 650 000 Euro organisierten Titelkämpfe gehen. Das vom Deutschen Hockey-Bund (DHB) gewünschte ausgeglichene Budget ist wohl nur mit deutschen Erfolgen zu erreichen, denn bislang sind erst 4 500 der 28 000 Tickets verkauft. Auch eine TV-Liveübertragung im ZDF gibt es nur bei deutscher Beteiligung im Halbfinale und Finale.

© SID

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