Start der Handball-Saison
Neureiche fordern den Serienmeister THW Kiel

Wenn am Abend (20 Uhr, live im DSF) die neue Handball-Saison mit der Partie der Traditionsklubs Frisch Auf Göppingen gegen VfL Gummersbach angepfiffen wird, ist schließlich auch die Hatz auf das Establishment der Liga eröffnet: Meister THW Kiel und Vizemeister SG Flensburg-Handewitt fürchten die von Mäzenen aufgepäppelte Konkurrenz.

KIEL. Den Gang zum Doktor hat sich Ulrich Rüther erspart. „Wir hätten zum Arzt gemusst, wenn wir das Sponsoring des THW Kiel aufgegeben hätten“, sagt der Vorstandschef der Provinzial-Versicherungsgruppe. Lieber hat Rüther also das Engagement beim deutschen Handball-Rekordmeister, das bereits seit 1978 besteht, vorzeitig bis 2013 verlängert. Rund 500 000 Euro, „deutlich mehr“ als bisher, fließen nun jährlich an den Turnverein Hassee-Winterbek, sagt Rüther. Dabei strich er lächelnd die Tradition als ältester Trikotsponsor in der 31-jährigen Bundesliga-Geschichte heraus. Vor diesem historischen Hintergrund sei die Provinzial für den THW „besser als irgendein Großinvestor, der vielleicht in drei Jahren keine Lust mehr auf Handball hat und weitergeht“.

Ein veritabler Seitenhieb auf die Konkurrenz. Meister THW Kiel und Vizemeister SG Flensburg-Handewitt müssen sich in der neuen Spielzeit des Ansturms einer ganzen Reihe von Klubs erwehren, die zuvorderst von einflussreichen Mäzenen finanziert werden. Niemand hat das aktuelle Szenario direkter formuliert als Anders Dahl-Nielsen. „Lass' uns die Mäzene angreifen und lass' uns diese Mäzene schlagen“, so der Sportdirektor der SG Flensburg.

Die Mäzene haben schließlich noch einmal kräftig investiert, allen voran Andreas Rudolph, Vorstandschef des HSV Hamburg. Die Hanseaten zahlten für die Rückraumstars Blazenko Lackovic und Marcin Lijewski rund 700 000 Euro Ablöse an Flensburg, auch Arne Niemeyer (Minden) und der schwedische Kreisläufer Nicklas Grundsten (Hammarby) sind hochkarätige Neuzugänge. HSV-Trainer Martin Schwalb steht daher nun mächtig unter Druck, da sein Kader auf allen Positionen doppelt oder gar dreifach besetzt ist. Von ihm werden Titel verlangt, sei es in der Meisterschaft oder in der Champions League.

Das erste Kräftemessen mit dem THW Kiel verloren die Hamburger allerdings – am Samstag beim Supercup in München mit 28:33. Doch hatten sie einen Wettbewerbsnachteil zu verkraften. Beim olympischen Handballturnier in Peking stellte der HSV zehn Spieler (Kiel: vier), weshalb Schwalb seine vollständige Formation erst seit einer Woche zur Verfügung hat. Man habe beim Supercup in München nur „fünf Prozent aller taktischen Mittel“ einsetzen können, sagte Schwalb.

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