Stasibelastungen bleiben ein Thema: "Fall Ingo Steuer" geht in die nächste Runde

Stasibelastungen bleiben ein Thema
"Fall Ingo Steuer" geht in die nächste Runde

Der Fall des Stasi-belasteten Eiskunstlauf-Trainers Ingo Steuer beschäftigt weiterhin das Nationale Olympische Komitee. Noch für Mittwoch kündigte das NOK einen Eilantrag beim Berliner Kammergericht an.

Das Nationale Olympische Komitee hat den "Fall Ingo Steuer" noch nicht zu den Akten gelegt. Nach der Ankunft des Stasi-belasteten Eiskunstlauf-Trainers in Turin wird das NOK noch am Mittwoch einen Eilantrag beim Berliner Kammergericht stellen. NOK-Generalsekretär Bernhard Schwank: "Wir hoffen, dass es noch vor dem Wochenende zur Verhandlung kommt." Am Samstagabend müssen die von Steuer betreuten Paarlauf-Vizeeuropameister Aliona Sawtschenko und Robin Szolkowy beim Kurzprogramm erstmals in Turin aufs Eis.

CAS wird nicht angerufen

Die Ad-hoc-Kommission des Obersten Sportschiedsgerichtes CAS wird das NOK dagegen nicht anrufen. NOK-Präsident Klaus Steinbach: "Wir hätten uns strafbar gemacht, wenn wir gegen die Entscheidung eines deutschen Gerichtes international vorgegangen wären. Nach derzeitigem Stand wird Ingo Steuer sein Paar aber bei dem Wettbewerb betreuen."

Der frühere Weltmeister stand unterdessen sichtlich angespannt an der Bande der Eishalle Palavela. Zwei Minuten und vierzig Sekunden lang gingen die EM-Zweiten Sawtschenko und Szolkowy ihr Pflichtprogramm noch einmal durch, verzichteten allerdings auf Sprünge. Nach einer halben Stunde verschwand das Trio direkt in der Kabine und ließ das gute Dutzend Journalisten wortlos stehen. "Sie wollen nicht mit den Medien sprechen", erklärte ein Mitarbeiter des Organisationskomitees Toroc den Wartenden.

"Die Füße wackeln noch ein bisschen"

Der selbst erteilte Maulkorb galt allerdings nur für die deutschen Medienvertreter, dem Toroc sagte Steuer: "Das war ein gutes Training. Die beiden sind sehr stark." Robin Szolkowy meinte: "Es war wie immer beim ersten Training. Die Füße wackeln noch ein bisschen."

Komplett wortlos waren die drei bei ihrer "Nacht und Nebel"-Ankunft am Dienstag eine Stunde vor Mitternacht in den Wagen gestiegen. Steuer konnte sich lediglich zu einem kurzen Winken in die Kamera durchringen. Klaus Steinbach hatte von den Athleten und ihrem Coach gefordert: "Wir erwarten, dass sie sich auf den Sport konzentrieren und sich nur sportfachlich äußern."

Ein gehöriges Wörtchen mitreden werden im "Fall Steuer" auf jeden Fall noch die Juristen. Denn sollte das Berliner Kammergericht zu einer schnellen Entscheidung kommen und dem NOK Recht geben, muss Steuer wieder seine Sachen packen. Die 5. Zivilkammer des Berliner Landgerichts hatte erst am Montag die einstweilige Verfügung Steuers bestätigt, mit der er gegen seine Streichung aus dem Olympia-Team vorgegangen war.

© SID

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