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Stevens verweigert Bekenntnis zum FC

Huub Stevens verweigert seit Wochen das klare Bekenntnis zum 1. FC Köln. „Ich mache bei dem Quatsch nicht mit“, lautet die stereotype Antwort auf die Frage, ob der niederländische Fußball-Lehrer zu einem fixierten Automatismus steht.

dpa KöLN. Huub Stevens verweigert seit Wochen das klare Bekenntnis zum 1. FC Köln. "Ich mache bei dem Quatsch nicht mit", lautet die stereotype Antwort auf die Frage, ob der niederländische Fußball-Lehrer zu einem fixierten Automatismus steht.

"Fakt ist, dass sich der Vertrag automatisch verlängert, wenn die Mannschaft aufsteigt", pflegt FC-Präsident Wolfgang Overath zu sagen. Doch ausgerechnet vor den Richtung weisenden Partien gegen die Aufstiegskonkurrenten TSV 1 860 in München und gegen die Spvgg Greuther Fürth mehren sich die Indizien, dass Stevens nicht bleibt.

Stevens' erkrankte Frau gilt als Grund dafür, dass der Coach in seine Heimat und dort angeblich zu Roda Kerkrade zurückkehren will. Jeder hätte Verständnis, wenn Stevens deshalb wieder nach Kerkrade ginge, wo er schon vom 1. März 1993 bis zu seinem Amtsantritt beim FC Schalke 04 im Oktober 1996 arbeitete. Doch FC-Vizepräsident Jürgen Glowacz sagte der dpa, er gehe im Aufstiegsfall vom Stevens-Verbleib aus: "Ich habe überhaupt keine Veranlassung, über etwas anderes nachzudenken." Stevens bleibe "zu 100 Prozent". Im anderen Falle ginge es um Menschlichkeit: "Und dann wäre es fatal, wenn man sich keine Gedanken machen würde." Manager Andreas Rettig sagte: "Uns interessiert derzeit nur der Aufstieg. Alles Weitere ergibt sich daraus."

Kölns Torhüter Alexander Bade münzte es nicht wörtlich auf die Trainerfrage, als er sagte, in den kommenden Partien sei es wichtig, "für Klarheit zu sorgen". Und doch hat Stevens es in der Winterpause versäumt, ein klares Wort für oder gegen den FC zu sprechen, heißt es auch FC-intern. Dabei bezeichnete Overath seinen Wunsch-Trainer Stevens beim gemeinsamen Amtsantritt am 14. Juni 2004 noch als "die Alternative überhaupt", als "Signal an die Fußball-Öffentlichkeit, dass der FC voller Leben steckt und wiederkommen wird". Die Last dreier Abstiege war einem neuen "Wir-Gefühl" gewichen.

Damals herrschte noch Aufbruchstimmung, heute wirkt die Kooperation zwischen Team und Coach pragmatisch. Hurra-Fußball spielen die Kölner nicht, allenfalls die "Tore des Monats" von Lukas Podolski, einzige Entdeckung von Stevens-Vorgänger Marcel Koller, lassen Stevens lachen. Nach schwachen Spielen stellte er häufig die Frage, "was wir dort oben sollen". Förderlich ist das der gemeinsamen Lust an tollem Fußball nicht, obwohl der Fan selbst Magerkost wie zuletzt beim 0:0 gegen den Abstiegs-Kandidaten Essen zumindest zahlenmäßig goutiert: 46 500 wurden Augenzeugen von Kölner Harmlosigkeit.

Angesichts der erkennbaren Potenz des FC könnte Stevens durchaus für Planungssicherheit sorgen. Podolski, Ex-Nationalspieler Christian Rahn, Griechenlands Europameister Vasileios Tsiartas, der Ungar Attila Tököli - um dieses Quartett herum ließe sich beim dritten Aufstieg eine Mannschaft formen, die nicht zwangsweise wieder den Fahrstuhl nach unten betreten müsste. Zudem schneidet der erste Bundesliga-Meister (1964) in einer Bonitäts-Analyse als drittbester deutscher Verein hinter Bayern München und Hannover 96 ab und könnte beim Aufstieg mit 41 Mill. Euro erstligareif planen.

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