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Stimmung bleibt bei NHL-Fans frostig

Die Fans der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL wollen laut einer Umfrage nicht zu den Spielen ihres Vereins gehen. Das Ansehen und der Wert der NHL ist durch den Streik der Spieler arg gesunken.

In der NHL wird bald wieder gespielt, aber die Fans der Profiliga werden laut einer Umfrage nicht sehr zahlreich erscheinen. Nur die Hälfte hatte angegeben, zu den Spielen ihres Lieblingsvereins gehen zu wollen. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des noch nicht unterzeichneten Sechs-Jahres-Vertrages zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft Nhlpa widmeten sich beide Seiten umgehend der Schadensbegrenzung. Fast alle Klubs kündigten für die neue Saison Preisnachlässe auf die Eintrittskarten zwischen sechs und 45 Prozent an.

Neue Regeln für mehr Spannung

Die Liga plant derweil Regeländerungen. Unter anderem gilt die Einführung eines Penalty-Schießens bei einem Unentschieden als sicher. Die NHL war bislang die einzige Profiliga, die ihre Fans mit einem Remis nach Hause schickte.

Oberste Priorität nach der erzielten Einigung im 301 Tage währenden Arbeitskampf gilt dem Abschluss eines neuen Fernsehvertrages. Wie viele der 20 Mill. Fans der Spielzeit 2003/2 004 in die Arenen zurückkehren, hängt auch von der Präsenz im nordamerikanischen TV ab, das als Zugpferd dient.

TV-Sender wenig Interesse

Der Sportsender Espn allerdings verzichtete selbst bei einem angebotenen Freundschaftspreis von 60 Mill. Dollar pro Jahr auf die Verlängerung des soeben ausgelaufenen Kontraktes (600 Mio/fünf Jahre). Einschaltquoten von zum Teil nur noch 0,5 Prozent brachten die NHL in eine schwache Verhandlungsposition, die in diesem Winter die Verbannung in zweitklassige Kabelsender zur Folge haben könnte.

Zum Wohle der Quoten ist deshalb sogar die Rückkehr in die rauen 80er und 90er-Jahre denkbar. "Die Fans mögen zwei Dinge: Tore und Schlägereien", befand der frühere Coach der Los Angeles Kings, Barry Melrose, der jetzt als Eishockey-Analyst für Espn tätig ist. Tatsächlich gaben 66 Prozent der nordamerikanischen Stadionbesucher zu, von einem Spiel ohne Rauferei enttäuscht zu sein. In Kanada lag die Quote immerhin noch bei 44 Prozent.

Zukunft soll besser werden

Obwohl sich der Wert der NHL-Klubs nach Schätzungen des US-Magazins Forbes im letzten Jahr um durchschnittlich 20 Prozent verringert hat, glaubt der Präsident der für die Lizenzvergabe zuständigen Gruppe "NHL Enterprises", Ed Horne, weiter an eine goldene Zukunft des Eishockeys: "Wir sind eine Aktie mit Potenzial. Das Beste liegt noch vor uns."

In Europa dürfte die Liga vom Arbeitskampf jenseits des Atlantiks sogar profitieren. Zahlreiche NHL-Profis spielten in der vergangenen Saison in den europäischen Topligen und haben das Interesse der hiesigen Fans an den Cracks von drüben geweckt oder verstärkt. Eine bessere Werbung in Europa hätte sich die NHL nicht wünschen können.

© SID

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