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Stockbauer-Rücktritt hinterlässt "Riesenlücke"

Der Rücktritt der fünfmaligen Schwimm-Weltmeisterin Hannah Stockbauer ist im DSV mit Sorge und Bedauern zur Kenntnis genommen worden. "Hannah hinterlässt eine Riesenlücke", so Sportdirektor Ralf Beckmann.

Nicht allein mit Bedauern hat der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) den Rücktritt Hannah Stockbauers zur Kenntnis genommen. Nach der endgültigen Entscheidung der fünfmaligen Weltmeisterin macht sich auch Sorge breit. "Hannah hinterlässt eine Riesenlücke. Dieses Loch wird für uns in der nächsten Zeit gerade auf den langen Strecken nicht so schnell zu schließen sein", sagte DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Christa Thiel bedauert den Entschluss

Das zweite Karriere-Ende eines großen Stars innerhalb eines Jahres nach dem von Franziska van Almsick trifft den DSV empfindlich. Statt der anvisierten Rückkehr in die absolute Weltspitze bei Olympia 2008 in Peking muss der Verband nun umso mehr befürchten, dass ihm die Felle davon schwimmen. Neben Stockbauer verkündete am Wochenende außerdem auch die zweimalige Europameisterin Jana Henke aus Potsdam ihren Rücktritt.

"Ich bedauere den Entschluss von Hannah Stockbauer sehr, weil sie spätestens seit 2001 eine der Top-Leistungsträgerinnen des deutschen Schwimmens und des deutschen Sports schlechthin war", sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel: "Natürlich hätte sie für uns in Peking eine Medaillen-Kandidatin sein können."

Kein Rücktritt vom Rücktritt

Am Sonntag hatte Stockbauer 14 Monate nach ihrem persönlichen Desaster von Athen alle Spekulationen über ein Comeback beendet. "Meine Entscheidung ist endgültig. Halbe Sachen habe ich noch nie gemocht, deshalb wollte ich für mich eine sichere Entscheidung treffen, für die ich mir bewusst Zeit genommen habe", erklärte die 23 Jahre alte Erlangerin den Nürnberger Nachrichten. Sie wollte sich auch kein Hintertürchen mehr offen lassen: "Es wird definitiv keinen Rücktritt vom Rücktritt geben."

Von Vorwürfen, dass der DSV zu wenig auf Stockbauer eingegangen sei, wollten sowohl Beckmann als auch Thiel nichts wissen. "Ich habe Anfang des Jahres lange und in Ruhe mit ihr gesprochen. Wir haben vom Verband ganz bewusst keinen Druck auf sie ausgeübt", sagte Beckmann. Thiel meinte: "Wir haben ihr die Tür offen gehalten, aber das ist ihre persönliche Entscheidung, die man - auch wenn es bitter ist - akzeptieren muss." Beckmann und Thiel waren von Stockbauer nicht persönlich über den Rücktritt unterrichtet worden.

Ohnehin hätte sich ein Comeback von Stockbauer aus Sicht von Beckmann schwierig gestaltet: "Der Abstand zum Schwimmen ist für sie von Tag zu Tag größer geworden. Da wäre es nicht mehr leicht geworden, nochmal Anschluss zu finden."

Bei Olympia in Athen war Stockbauer als Gold-Favoritin sowohl über 400 als auch über 800m Freistil bereits in den Vorläufen gescheitert. Die Enttäuschung war für die zweimalige Sportlerin des Jahres aber nicht der Grund zum Rücktritt, denn ihren Ausbildungsvertrag hatte sie schon Monate vorher unterschrieben: "Da war für mich schon klar, dass ich nach Athen die Optionen für meine Zukunft prüfen werde."

Entscheidung für neuen Lebensabschnitt

Auch als Olympiasiegerin hätte sie sich jetzt nicht anders entschieden. "Es ist nicht in erster Linie eine Entscheidung gegen das Schwimmen", erklärte Stockbauer, "sondern eine Entscheidung für einen neuen Lebensabschnitt." Nach Ende ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau im nächsten Sommer will sie sich ganz auf den Beginn ihrer beruflichen Laufbahn konzentrieren.

© SID

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