Stollenschuhe trotz Spielverbots - Deutschland als „Land der Ideen“: Deutschland-Kampagne zur WM startet im April

Stollenschuhe trotz Spielverbots - Deutschland als „Land der Ideen“
Deutschland-Kampagne zur WM startet im April

Ein Paar gigantische Stollenschuhe vor dem Reichstag, ein Fanclub "FC Deutschland 06" und ein selbstironischer Spruch mit dem Kopfschmerzmittel Aspirin - die Image-Kampagne zur Fußball-WM nimmt langsam Formen an.

HB BERLIN. Auch wenn es mit der Selbstdarstellung zwischenzeitlich schon einige Probleme gab: Fünfzehn Monate vor dem Anpfiff am 9. Juni 2006 haben sich Politik und Wirtschaft nun darauf geeinigt, wie mit der WM Werbung für den Standort Deutschland gemacht werden kann, ohne dass daraus Wahlkampf für die Bundesregierung wird.

Die Kampagne wird unter dem Motto "Deutschland - Land der Ideen" stehen, was auf eine Formulierung von Bundespräsident Horst Köhler zurückgeht. Das Staatsoberhaupt übernimmt auch die Schirmherrschaft, um dem Projekt die nötige Neutralität zu verleihen. Auf diese Weise wird den Bedenken von CDU/CSU und FDP, aber auch von Unternehmern Rechnung getragen. Bei einigen Konzernen war die Sorge groß, dass sie kurz vor den Bundestagswahlen im Herbst 2006 von Rot-Grün für politische Zwecke einspannt werden könnten.

Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Zumal auch der ehemalige Industriepräsident Michael Rogowski bei der Präsentation des Werbekonzepts in Berlin versprach, dass die Kampagne "politisch neutral" sein werde. "Es wäre doch ein Jammer, wenn wir dieses Großereignis nicht nutzen würden, um etwas für Deutschland zu tun." Innenminister Otto Schily (SPD) versicherte, dass die Standort- Werbung nicht nur über die WM hinaus, sondern auch über die Bundestagswahlen hinaus bis ins Jahr 2007 laufen werde. "Die Kampagne ist nicht nur fußballbezogen, sondern viel weitläufiger."

Insgesamt werden dafür mindestens 20 Millionen Euro veranschlagt. Davon sollen zehn Millionen vom Bund und mindestens zehn Millionen aus der Industrie kommen. Der Wunsch-Etat der Bundesregierung liegt noch um einige Dutzend Millionen höher. Als Mindestbeitrag muss jedes Unternehmen 100 000 Euro stellen, wenn es dabei sein will. Feste Zusagen gibt es noch nicht, aber die Marketing-Chefs von Konzernen wie Bayer, Telekom und E.ON haben das Konzept schon abgenickt. "Wir haben genügend Firmen, die mitmachen", sagt Rogowski.

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