Straffes Programm nach Medaillengewinn
Siege machen müde

Nach dem Gewinn der Goldmedaille feiern bis zum Umfallen? Die Helden der Winterspiele sind meist zu geschafft von Wettkampf und Medienrummel, zu erschlagen von den Emotionen, um bis ins Morgengrauen auf den Tischen zu tanzen - mit wenigen Ausnahmen.

HB TURIN. "Ich hatte gar nicht viel Zeit für Partys wegen der ganzen Interviews", klagte der französische Abfahrts-Olympiasieger Antoine Deneriaz. Zu den wenigen Partylöwen auf den Pisten um Sestriere gehört US-Skirennläufer Bode Miller, der nach der Abfahrts-Pleite und Kombinations-Disqualifikation in einer Nobel-Disco abtanzte und dabei mit dem wasserstoffblonden Playboy-Model Tina Jordan geblitzt wurde.

Pech für Langläufer Tobias Angerer: Sein Bronze durfte er am Freitag nicht groß begießen. Bundestrainer Jochen Behle verhängte spontan ein Fest-Verbot, weil am Sonntag die Staffel auf dem Programm stand. Eisschnellläuferin Anni Friesinger hat sich die Zurückhaltung selbst auferlegt. Die Gratulationscour nach einer Medaille ist vor allem im deutschen Team durchorganisiert: Viele Interviews nach dem Triumph, Siegerehrung noch am Wettkampfort oder auf der Piazza Castello in Turin, Fahrt ins Deutsche Haus, wo Funktionäre, Fans und Betreuer warten, TV-Auftritt bei Harald Schmidt oder Johannes B. Kerner.

"Das war ganz schön stressig", sagte Rodel-Königin Sylke Otto nach ihren Auftritten. Auch Kati Wilhelm kam nach ihrem Biathlon-Triumph am Samstagabend gerade noch dazu, sich im Deutschen Haus eine halbe Stunde mit Eltern und Freund hinzusetzen. Wegen der weiteren Aufgaben sind die Biathlon-Olympiasieger Asketen: Michael Greis trank an seinem großen Tag nur ein Gläschen Sekt, Sven Fischer überhaupt keinen Alkohol.

Die Korken knallen im Kufenstüberl in Sestriere sowie im Casa Thüringen, Champions Club der Berliner, wo Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ihr fünftes olympisches Gold feierte, und im Sächsischen Haus in Turin. Und überall werden die Stars in Beschlag genommen. Im heißesten ging es am Samstagabend im Österreich-Haus her, wo die Skispringer Thomas Morgenstern und Andreas Kofler umjubelt wurden und der Red-Bull-Vorrat kaum reichte.

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