Streit um Einnahmen
US-Basketball-Liga sperrt Spieler aus

NBA und die Profis können sich nicht über die Verteilung der Einnahmen einigen. Jetzt scheint die kommende Saison gefährdet.
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New YorkIm Tarifstreit in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA ist der erste Spielausfall (Lockout) seit 13 Jahren perfekt. Wenige Stunden vor Ablauf des alten Tarifvertrags erklärten die NBA und die Spielergewerkschaft NBPA die Verhandlungen für gescheitert. Seit Mitternacht (Ortszeit) ruht daher der Basketball-Betrieb. Bis sich die Parteien auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt haben, bleiben die Spieler, unter anderen der Deutsche Dirk Nowitzki, ausgesperrt.

Liga und Spieler liegen nach Aussage der Spieler-Gewerkschaft NBPA derzeit noch etliche Milliarden Dollar auseinander. NBA-Chef David Stern hatte am Donnerstagabend erklärt, er werde dem Gewerkschaftsausschuss den Lockout zu seinem eigenen Kummer wohl empfehlen. Es ist den Teams damit untersagt, jedweden Kontakt mit den Spielern aufzunehmen. Beim letzten Spielausfall in der Saison 1998-99 fanden nur 50 Spiele statt. Es war das erste Mal, dass die NBA wegen einer Arbeitseinstellung Spiele verpasst hatte.

Spieler Antawn Jamison von den Cleveland Cavaliers gab sich kampfbereit. Die Spieler seien bereit, eine ganze Saison zu opfern, statt sich den Forderungen der Eigentümer zu beugen. Anders als 1999, als die Spieler einknickten, gebe es jetzt mehr Zusammenhalt. Er nannte Stars wie LeBron James und Dwyane Wade, die das Anliegen der Gewerkschaften voll unterstützten.

Im Kern geht es um die Verteilung der Einnahmen. Derzeit fließen 57 Prozent der Gelder in die Taschen der NBA-Profis. Die Gewerkschaft bietet eine Reduzierung auf 54,3 Prozent für die kommenden fünf Jahre an. Die Liga-Offiziellen wollen stattdessen einen Zehnjahresvertrag abschließen und eine strengere Gehaltsobergrenze (Salary Cap) durchsetzen. Im vergangenen Jahr durften die Klubs offiziell 58 Millionen Dollar ausgeben, eine strikte Grenze gab es aber nicht. Champion Dallas Mavericks beispielsweise zahlte deutlich über 70 Millionen Dollar an seine Spieler. Die Differenz von sieben Milliarden Dollar gibt die NBPA für einen Zehnjahreszeitraum an.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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