Streit ums Reglement
Kein Land in Sicht beim America's Cup

Im erbitterten Streit um das Wettkampf-Reglement des nächsten America's Cups gibt es zwar neue Friedensbemühungen. Doch Eitelkeiten und Winkelzüge verhindern weiter eine Regatta.

BERLIN. Am Wochenende schossen die gewaltigen Segel von vier America´s-Cup-Yachten über das Mittelmeer vor der spanischen Stadt Valencia. Der Club Náutico Español de Vela und das Team Desafío Español hatten den zweimaligen Cup-Sieger Alinghi, die Italiener von Luna Rossa und das britische Cup-Team Origin zur Regatta geladen – an den Ort, wo vor fast anderthalb Jahren der 32. America´s Cup ausgetragen wurde. Es war ein fast nostalgisches Bild.

Denn ob und wann im America's Cup wieder gesegelt wird, ist nach wie vor unklar. Seit dem 20. Juli 2007 – dem Tag, als die Schweizer von Alinghi nach erfolgreicher Titelverteidigung das neue Wettkampf-Reglement präsentierten – hält eine juristische Fehde zwischen Ernesto Bertarelli, Teameigner von Alinghi, und Larry Ellison, Besitzer von BMW/Oracle (USA), den Cup in Geiselhaft. Die beiden Milliardäre haben die einst hoch geschätzte Veranstaltung in einen absurden Streit verwandelt.

Nun hat Bertarelli angefangen, Fehler einzuräumen – wohl um die Fronten aufzuweichen. So hätte man sich nach dem Cup 2007 „zwei Wochen Ferien gönnen“ sollen, sagte der 43-Jährige, und erst dann das Protokoll für die 33. Auflage der Veranstaltung vorlegen sollen. Auf Einladung der Schweizer trafen sich kürzlich sogar elf Herausforderer-Teams am Genfer See und veröffentlichten einen Aufruf an das US-Team, „die Klage fallen zu lassen und sich dem fairen und konstruktiven Prozess anzuschließen“, um das Segelrennen so schnell wie möglich auf den Weg zu bringen.

Bei dem informellen Treffen haben sich Teams wie das britische Origin, die Südafrikaner von Shosholza und auch eine Gesandtschaft des deutschen Teams auch über die Bootsklasse verständigt, in der bei der nächsten Cup-Ausgabe gesegelt werden soll. Im Unterschied zu den ursprünglich von Alinghi anvisierten 90 Fuß-Yachten sollen die neuen Boote „schneller und spektakulärer sein, als die Klasse, die während des 32. Cups im Einsatz war“ (Bertarelli). Zudem sollen die Mannschaften kleiner und damit kosteneffizienter werden. Als Termin für den 33. Cup peilt Alinghi das Jahr 2010 an.

Bevor im America´s Cup wieder gesegelt wird, muss aber erst der Streit beigelegt werden. Zur Erinnerung: Ein New Yorker Gericht hatte Ellisons Klage gegen Alinghis mutmaßlich unfaires Regelwerk Anfang des Jahres stattgegeben. Damit schien klar, dass der Streit den Cup-Regeln entsprechend in einem Katamaran-Duell zwischen Alinghi und BMW/Oracle ausgetragen werden würde. Alinghi legte allerdings Einspruch ein und bekam Ende Juli Recht. Nun hat wiederum das Ellison-Team Berufung eingelegt. Das neuerliche Urteil wird nun für Dezember erwartet.

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